Archiv der Kategorie: Geburtstag

Bessie Coleman: Google Doodle

Bessie Coleman: Die erste Afroamerikanerin mit Pilotenschein

Bessie Coleman (1892 – 1926) war die erste Afroamerikanerin mit Pilotenschein und die erste Frau weltweit mit internationalem Pilotenschein. Die farbige Pilotin wird auch Brave Bessie und Queen Bessie genannt. Sie starb jung auf einer Flugschau. Seit 2003 gilt sie als eine der 100 wichtigsten Frauen in der Luftfahrt.

Geboren wurde Bessie Coleman am 26. Januar 1892 in Atlanta (Texas). Sie war das zehnte von insgesamt dreizehn Kinder. Auf der kleinen Farm ihrer Eltern verbrachte sie eine unbeschwerte Kindheit.

Bessie Coleman besuchte eine kleine Schule für farbige Kinder, die aus nur einem Zimmer bestand. Täglich musste sie mehr als sechs Kilometer weit laufen, um am Unterricht teilnehmen zu können. Bessie war eine sehr gute Schülerin, obwohl ihre Eltern oftmals kein Geld für Schulmaterialien hatte. Dennoch absolvierte sie alle acht Klassen.

Ihr Vater, George Coleman, verließ 1901 die Familie. Um dem Rassismus in den Südstaaten zu entgehen kehrte er in seine Heimat Oklahoma zurück. Da dessen Besiedlung durch Weiße dort erst begonnen hatte, versprach er sich dort ein besseres Leben. Seine Familie folgte ihm jedoch nicht.

Nach ihrem 18. Geburtstag setzte Bessie Coleman alles auf eine Karte: Sie nahm all ihre Ersparnisse und schrieb sich an der Colored Agricultural and Normal University (heute Langston Universität) in Oklahoma ein. Doch bereits nach einem Semester waren ihr Geld aufgebraucht. Sie musste das Studium abbrechen und kehrte wieder zurück nach Hause.

Mit zwei ihrer Brüder zog Bessie im Jahr 1915 nach Chicago. Sie teilten sich eine Wohnung und arbeiteten in einem Supermarkt. Bessie arbeitete später als Maniküre in einem Friseursalon. Da beim Friseur viel erzählt wird, hörte sie oft Geschichten über Piloten, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt waren. Ihr Traum, selbst Pilotin werden zu wollen, war geweckt. Verstärkt wurde ihr Wunsch durch einen ihrer Brüder. Er ärgerte sie, indem er ihr bei jeder Gelegenheit sagte, dass französische Frauen besser seien als afroamerikanische, denn Französinnen waren bereits Pilotinnen geworden.

Keine Flugschule wollte Bessie Coleman

Ihr großer Traum wäre jedoch beinahe an den amerikanischen Flugschulen gescheitert. Eine Frau will Pilotin werden und dazu noch eine Farbige? Das war zur damaligen Zeit für viele undenkbar. Doch Bessie hatte einflussreiche Freunde, die sie in dem Friseursalon kennen lernte. Einer von ihnen war Robert S. Abbott (1868 – 1940), Gründer und Herausgeber des Chicago Defender, der wichtigsten Wochenzeitung der Afrikaner in Chicago. Ein weiterer Förderer war der Immobilienhändler Jesse Bings.

Ausbildung zur Pilotin in Frankreich

Wenn niemand in den USA bereit ist, sie zur Pilotin auszubilden, dann muss Bessie dort leben, wo dies möglich ist, in Frankreich. Dank der Unterstützung durch Robert S. Abbott und Jesse Bings konnte Bessie Coleman in der Berlitz Sprachschule die französische Sprache lernen.

Am 20. November 1920 war der große Tag gekommen: Mit dem Ozeandampfer SS Imperator reiste sie nach Frankreich, um dort ihre Pilotenausbildung zu machen. Ihre ersten Flugstunden absolvierte sie in einem Doppeldecker des Typs Nieuport. Als einzige nicht-weiße Flugschülerin lernte sie das Fliegen Innerhalb nur eines Jahres. Ihre vom Aéro-Club de France ausgestellte Fluglizenz trägt das Ausstellungsdatum 15. Juni 1921.

Bessie Coleman: Pilotenschein
Bessie Coleman: Ihre Fluglizenz trägt das Ausstellungsdatum 15. Juni 1921

Medienrummel nach Rückkehr in die USA

Im September 1921 kehrte Bessie in die USA zurück und löste einen Medienrummel aus. Nahezu jede Zeitung und Zeitschrift wollte ein Interview mit ihr führen. Sie wurde zu vielen Veranstaltungen eingeladen.

Bessie Coleman in Deutschland

Ende Februar 1922 reiste Bessie Coleman für drei Monate nach Europa. Sie besuchte neben Frankreich auch Deutschland. Sie flog verschiedene Flugzeuge und lies sich dabei filmen.

Ihre erste öffentliche Flugschau in den USA

Bessie Coleman, 1922
Bessie Coleman, 1922

In den USA präsentierte Bessie Coleman sich am 27. August 1922  erstmals öffentlich als Pilotin auf einer Flugschau. Es folgten in den ganzen Vereinigten Staaten viele weitere Flugshows mit ihr. So trat sie am 3. September 1922 beispielsweise zusammen mit dem farbigen Stuntman Hubert Fauntleroy Julian auf, der aus ihrer Maschine mit dem Fallschirm absprang.

Am 15. Oktober 1922 musste man erstmals Eintritt zahlen, um ihre Flugkünste bestaunen zu dürfen. In Chicago verlangte man von Erwachsenen einen Dollar und von Kindern 25 Cent Eintritt.

Bessie Colemans erster Absturz

Sonntag, den 4. Januar 1923 blieb Bessie wohl lange in den Knochen stecken. Bei einem Flug nach Santa Monica (Kalifornien) versagte ihr Flugzeug, sie stürzte ab. Bessie Coleman brach sich ein Bein und drei Rippen. Bis zum 10. Mai 1923 lag sie im Krankenhaus. Doch einige Monate später, am 9. September 1923, trat sie wieder bei einer Flugschau in Chicago auf, vor rund 10.000 Zuschauern.

An einem denkwürdigen Tag – Sonntag, den 19. Juni 1925 – trat die erste farbige Pilotin der USA in einer Luftschau in Galveston (Texas) auf. 60 Jahre zuvor wurde dort das Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges (1961 – 1865) verkündet, nachdem die Sklaverei in den Südstaaten aufhob.

Bessie Coleman: Sprung aus einem Flugzeug

Im September 1925 sprang Bessie, während einer Flugschau, aus dem Flugzeug eines andren Piloten mit dem Fallschirm ab.

Verfilmung ihres Lebens scheiterte

Im Februar 1926 wurde Bessie Coleman in die Norman-Studios nach Arlington (Florida) eingeladen. Sie sollte an der Verfilmung ihres Lebens mitwirken. Doch der Film kam nie zustande. Einige berichteten, Bessie habe die Dreharbeiten abgebrochen, weil ihr die Dartsellung der farbigen zu klischeehaft erschienen sei. Andere wiederum berichteten, den Produzenten sei schlichtweg das Geld ausgegangen.

Bessie Coleman flog in den Tod

Am 30. April 1926 startete sie, zusammen mit William Wills als Pilot, zu einem Übungsflug. Bessie legte den Sicherheitsgurt nicht an, da sie sich aus dem Cockpit lehnen wollte, um das Gelände zu erkunden.

Aus rund 3.000 Meter Höhe leitete er einen Sturzflug ein. Es gelang ihm jedoch nicht, das Flugzeug wieder in eine horizontale Lage zu bringen. Die Maschine geriet ins Trudeln und stürzte ab. Bessie Coleman  wurde aus dem Cockpit geschleudert und starb beim Aufprall auf dem Boden. William Wills war in den Trümmern des Flugzeuges eingeschlossen.

An der Absturzstelle zündete sich jemand tragischerweise eine Zigarette an. Ein Funke entzündete den Benzindunst, so dass das Wrack in Flammen aufging. Der Pilot und Flugzeugmechaniker William Wills verbrannte.

Die Untersuchungen des Wracks ergaben die Absturzursache. Man fand einen Schraubenschlüssel im Getriebe des abgestürzten Flugzeuges. Wills hatte das Werkzeug offenbar versehentlich liegen gelassen. Beim Sturzflug geriet es in die Gänge und verklemmte sie.

Der Traum von Bessie Coleman von einer Fliegerschule für Afroamerikaner wurde 1929 wahr.

Ladislao José Biro Google Doodle

Ladislao José Biro: Erfinder des Kugelschreibers

Ladislao José Biro, der Erfinder des Kugelschreibers, wird heute mit einem Google Doodle geehrt. Der in Ungarn geborene Erfinder wäre heute 117 Jahre alt geworden. Er verstarb am 24. Oktober 1985 in Argentinien.

Ladislao José Biro Google Doodle
Ladislao José Biro Google Doodle

Nach den Plänen seines Vaters, sollte Ladislao José Biro eigentlich in seine Fußstapfen treten und Zahnarzt werden. Doch Biro brach das Medizinstudium ab und arbeitete u.a. als Versicherungsmakler und Rennfahrer. Im Jahre 1932 entwickelte er, zusammen mit einem Freund, übrigens das Automatikgetriebe für Autos.

Mit der Aufgabe vertraut, die Kunst Ungarns im Ausland populär zu machen, wurde er Chefredakteur einer Zeitschrift. Anschließend war er für eine Wochenzeitung tätig. Beim Anblick der Rotationswalzen kam ihm in der Druckerei die Idee, einen Stift zu entwickeln, der zwar mit Tinte schreibt, jedoch nicht schmiert. Das war im Jahre 1938.

Ladislao José Biro bemerkte, dass die in den Druckereien verwendete Tinte schnell trocknete und das Papier daher sauber und schmierfrei blieb. Doch er stand vor einem Problem: Die Tinte war dickflüssiger und lief nicht durch die damals üblichen Federn. Kurzerhand ersetzte Ladislao José Biro die Feder des Füllers daher durch eine Metallkugel, die sich in einer Fassung frei drehen konnte. Bewegt man den Stift über das Papier, so rotiert die Kugel. Dadurch nimmt sie Tinte aus der Tintenpatrone auf und überträgt sie auf das Papier.

Ladislao José Biros Flucht vor den Nazis

Im 2. Weltkrieg musste Ladislao José Biro vor den Nationalsozialisten flüchten. Über Frankreich gelangte er nach Argentinien. Dort setzte er die Entwicklung des Kugelschreibers fort. Erst 1943 konnte Ladislao José Biro den Kugelschreiber zum Patent anmelden. Kurz nach Erhalt des Patents produzierte Ladislao José Biro in Argentinen die ersten Kulis in kleineren Stückzahlen.

Wovon er damals sicherlich nicht einmal zu träumen wagte: Heutzutage besitzt fast jeder einen Kugelschreiber. Übrigens benannte man den Kugelschreiber in einigen Ländern sogar nach seinem Erfinder. „Kuli“ heißt auf Englisch „biro“.

Ladislao José Biro (ca. 1978)
Ladislao José Biro (ca. 1978)

Im Jahre 1945 kam der Kugelschreiber in den USA auf den Markt und wurde zum Verkaufsschlager. Ladislao José Biro hatte sein Patent allerdings zuvor bereits für eine Millionen Dollar an den französischen Baro Marcel Bich verkauft, der damit zum Milliadär wurde.

Ladislao José Biro starb am 24. Oktober 1985 in Buenos Aires im Alter von 86 jahren. Sein Geburtstag, der 29. September, wird in seiner Wahlheimat Argentinen seither als Tag der Erfinder gefeiert.

Video: Wie funktioniert ein Kugelschreiber

Caroline Herschel Google Doodle

Caroline Herschel: Die erste Berufs-Astronomin

Caroline Herschel war eine deutsche Astronomin. Zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere unterstützte sie ihren Bruder Wilhelm Herschel bei seinen Forschungen, glänzte aber bald durch eigenständige Leistungen. Caroline Herschel hatte eine Schwester und vier Brüder. Neben Wilhelm Herschel war auch ihr Bruder Alexander Herschel als Musiker und Astronom tätig.

Caroline Herschel Google Doodle
Caroline Herschel Google Doodle
Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel – Kaiserin

Die bedeutende Astronomin Caroline Herschel lebte von 1750 bis 1848. Sie war die erste Frau, die als berufsmäßige Astronomin arbeitete und dafür ein Gehalt

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel Biographie

Biografie von Caroline Herschel (1750-1848), deutsche Astronomin.

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel – Astrokramkiste

Caroline Herschel war die 12 Jahre jüngere Schwester von Wilhelm Herschel. Sie hatte das Glück, als Mädchen lesen und schreiben lernen zu dürfen, wurde

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel – Universität Münster

Caroline Herschel wurde 1750 in eine große Hannoveraner Musikerfamilie hineingeboren. Sie erfuhr in ihrer frühen Kindheit eine sehr traditionelle Erziehung

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel Programm

Das Caroline Herschel Programm der Leibniz Universität Hannover wurde zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses eingerichtet.

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Im Schatten ihres großen Bruders: Das Leben

Aber den wenigstens wird der Name Caroline Herschel einfallen. Dabei hätte es die Schwester von Wilhelm und Tante von John durchaus

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Lucretia Herschel

Privates. Caroline Lucretia Herschel, geboren am 16. März 1750 als Tochter von Isaac und Anne Ilse Moritzen Herschel in Hannover, wurde eine der wenigen.

Caroline Herschel war eine deutsche Astronomin und lebte von 1750 bis 1848. Geburtstag am 16. März, Biografie und Steckbrief

Video über das Caroline Herschel Doodle

 

René Laënnec: Google Doodle

René Laënnec: Google Doodle für Stethoskop Erfinder

Tief ein- und ausatmen – diesen Satz hat jeder bereits von seinem Hausarzt gehört. Der Arzt hörte uns dann mit einem Stethoskop ab. Genau dieses hat René Laënnec erfunden, der heute 235 Jahre alt geworden wäre.

René Laënnec: Google Doodle
René Laënnec: Google Doodle

Stethoskop zufällig erfunden

Das Stethoskop erfand René Laënnec aus Eitelkeit und eher zufällig. In der damaligen Zeit legten Ärzte ihr Ohr direkt auf die Brust ihrer Patienten, um sie abzuhören. René Laënnec war sich jedoch zu fein dazu. Als er einen Patienten abhören musste, suchte er nach einer Möglichkeit, den direkten Kontakt zu vermeiden. René Laënnec nahm ein Blatt Papier, drehte es zu einer Papierrolle und setzte diese zwischen Brust und Ohr. Erstaunt stellte er fest, dass er damit gar nicht schlechter, sondern viel besser hörte. Diesen Augenblick im Jahre 1816 darf man eigentlich bereits als die Erfindung des Stethoskops bezeichnen. In den nächsten Monaten trieb René Laënnec die Entwicklung des Stethoskops voran, welches zunächst als Hörrohr aus Holz auf den Markt kam.

Stethoskop von René Laënnec, ca. 1820
Stethoskop von René Laënnec, ca. 1820. Foto: Science Museum London / CC BY SA 2.0

Eines der ersten Stethoskope, gefertigt aus Holz und Messing, aus dem Besitz des französischen Arztes René Laënnec. Es besteht aus einem einzigen Hohlrohr . Das vertraute binaurale Stethoskop, mit Gummischlauch an beiden Ohren, wurde erst in den 1850er Jahren entwickelt.

Ob Herztöne oder Lungengeräusche, das Stethoskop gehört zum Arzt, wie sein weiße Kittel. Durch das Abhören ( Auskulation ) der Herztöne lassen sich zum Beispiel Herzkrankheiten frühzeitig erkennen. Im Laufe der Entwicklungsphasen und der Zeit konnten sich Littmann Stethoskope durchsetzen.

Weshalb heißt das Stethoskop so?

Das Wort Stethoskop setzt sich, vereinfacht erklärt, aus den beiden Silben stethos (Brust) und skop (untersuchen) zusammen. Streng genommen werden verstärkte ein Stethoskop Geräusche, weshalb es Stethosphone heißen müsste. Da es damals jedoch ausschließlich medizinisch eingesetzt wurde, konnte sich die Bezeichnung Stethoskop durchsetzen.

Wo werden Stethoskope außerhalb der Medizin eingesetzt?

Die Abhörgeräte außerhalb der Arztpraxen haben äußerlich keine Ähnlichkeit mit dem Stethoskop, welches wir aus einer Arztpraxis kennen, lediglich die Funktion ist gleich. Außerhalb der Medizin findet man sie zum Beispiel im Maschinenbau, um möglichst frühzeitig Lagergeräusche wahrnehmen zu können und dadurch einen Maschinen- oder Motorschaden verhinden zu können.

Das elektrische Stethoskop

Es existieren bereits rein elektrische Varianten des Stethoskops, die jedoch auf Grund ihres noch sehr hohen Anschaffungspreises, kaum Einzug in Arztpraxen gefunden haben.

Fachbezeichnung Auskultation

Die Auskultation (engl. auscultation ) gehört zu den ärztlichen Basistechniken und bezeichnet das diagnostische Erfassen von Körpergeräuschen über das Ohr des Untersuchers. Der französische Arzt René Laënnec hat dieses Untersuchungsverfahren 1816 entdeckt. Die heutige Technik der Auskultation geht auf Josef von Škoda (1839) zurück.

Das Leben des Stethoskop Erfinders

René Laënnec
René Laënnec

Rene Theophile Hyacinthe Laënnec wurde am 17. Februar 1781 in Quimper, in der Bretagne, geboren. Im Alter 19 Jahren war er als Wundarzt in der Westarmee tätig. Anschließend, von 1800 – 1804 absolvierte René Laënnec seine Ausbildung in der Faculté de Médecine de Paris. Ab 1816 war er als Arzt im Hospital „Hopital Necker“ in Paris tätig. Dort kam er dann auch in die Situation, einem Patienten die Brust abhören zu müssen und zur Erfindung des Stethoskops. Im Jahre 1823 lehrte er als Professor am Collège de France in Paris. Am 13. August 1826 verstarb René Laënnec in der Gemeinde Kerlouan, in der Bertagne. Ironischerweise starb er an Tuberkulose. In seinem Geburtsort wurde, ihm zu Ehren, 1868 ein Standbild aufgestellt, welches dauerhaft an den Erfinder des Stethoskops erinnert.

René Laënnec Google Doodle Video

Ludwig van Beethoven: Google Doodle

Ludwig van Beethoven: Google Doodle zum 245. Geburtstag

Am 17. Dezember 1770 wurde Ludwig van Beethoven in Bonn geboren.

Ludwig van Beethoven: Google Doodle
Ludwig van Beethoven: Google Doodle

Er wuchs unter schwierigen Verhältnissen auf. Sein Vater, dem Alkohol nicht abgeneigt, zwang ihn bereits als Kleinkind Klavier zu spielen. Er prahlte mit seinem Sohn, nahm Saufkumpanen nachts mit in die Wohnung und weckte seinen Sohn, der sein können dann präsentieren musste.

Die Schule besuchte Ludwig van Beethoven nur unregelmäßig, fast gar nicht. Das Klavierspielen war seinem Vater wichtiger als die Schulbildung. Daher konnte Beethoven sein Leben lang nicht wirklich rechnen und machte jede Menge Rechtschreibfehler.

Später entdeckte Hoforganist Gottlieb Neefe sein Talent und wusste ihn besser zu fördern. Im Jahre 1787 sollte Ludwig van Beethoven bei Mozart in Wien studieren. Auf Grund des schlechten gesundheitlichen Zustands seiner Mutter kehrte er jedoch zurück. Fünf Jahre später unternahm er einen weiteren Versuch, doch da war Mozart bereits verstorben. Ludwig van Beethoven wurde in Wien schließlich Schüler des Komponisten Joseph Haydn.

Erste Anzeichen eines Gehörleidens traten 1796 bei Beethoven auf. Er zog sich immer weiter zurück. 1802 offenbarte er in seinem „Heiligenstädter Testament“ seine Verzweiflung über die zunehmende Taubheit. 1814 trat Ludwig van Beethoven zum letzten Mal öffentlich auf. Um 1818 konnte er sich nur noch mit Hilfe von Konversationsheften mit seinen Besuchern unterhalten.

Ludwig van Beethoven verstarb am 26. März 1827 an den Folgen eines Leberleidens.

Ludwig van Beethoven Doodle: Die Lösung

Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle

Dorothea Christiane Erxleben: Erste deutsche Ärztin

Es ist der 13. November 1715: In Quedlinburg erblickt Dorothea Christiane Erxleben (geborene Leporin) das Licht der Welt. Sie gilt als die erste promovierte deutsche Ärztin und Pionierin des Frauenstudiums.

Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle
Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle

Dorothea Christiane Erxleben  ist eine Frau mit klaren Zielen. Schon als kleines Mädchen weiß sie genau, was sie einmal werden will: Ärztin, wie ihr Vater. Klug ist sie und wie man mit Patienten umgeht weiß sie auch. Oft genug hat sie ihren Vater zu Krankenbesuchen begleitet und ist ihm in der Praxis zur Hand gegangen. Alle nötigen medizinischen Kenntnisse hat sie von ihm gelernt. Latein kann sie auch. Jetzt fehlt nur noch der akademische Grad, den sie braucht, um eine eigene Praxis zu eröffnen.

Frauen durften nicht studieren

Dorothea Christiane Erxleben will sich, zusammen mit ihren Brüdern, an der Uni einschreiben. Doch das ist ein Problem. Im Jahr 1740 bleibt ihr der Zugang zur Universität verwehrt, weil sie eine Frau ist. Da nützt ihr die gesamte fundierte Vorbildung nichts.

Dass Frauen von der höheren Bildung ausgeschlossen wurden, war nicht immer so. Von der Antiken bis zum frühen Mittelalter durften Frauen an Akademien studieren und lehren. Ägypten, Griechenland und das römische Reich konnten weibliche Gelehrte aller möglichen Fakultäten nachweisen. Ärztinnen, Architektinnen, Philosophinnen.

Erst als die Kirche im Mittelalter die Trägerschaft der Bildungseinrichtungen übernahm, wurde es für Mädchen immer schwerer eine eigene Ausbildung zu bekommen. Oft war die Aufnahme an hohe Auflagen gebunden, etwa, dass die Eltern die Mitgift der Studienbewerberin einem Kloster übereignen mussten.

Akademien für sozial schwache und Frauen geplant

Erst im Zeitalter der Aufklärung wurde diskutiert, dass auch Mädchen Zugang zur allgemeinen Schulbildung haben sollten. Dorothea Christiane Erxleben hat Glück. Ihr Vater ist ein Mann mit Weitblick und Tatkraft. Er setzt sich schon 1724 dafür ein, dass in jeder Stadt Akademien aufgebaut werden sollen, wo auch Kinder mittelloser Eltern kostenlosen Unterricht erhalten können. Und nicht nur Jungen.

Da die Realisierung derselben, wie sich leicht denken lässt, in den Sternen stand, so ging Christian Polycarp Leporin sen. Daran, sein Töchterlein selbst auszubilden. Und zwar in dem Fach, in dem er sich am besten auskannte: der Heilkunde. Er nahm die Kleine nicht nur mit auf seine Krankenbesuche, sondern lies sie später sogar von ihr in seiner ärztlichen Praxis vertreten.

Die junge Frau wurde von den Patienten geschätzt, aber von den männlichen Kollegen ihrer Heimatstadt Quedlinburg als Dilettantin und Pfuscherin verschrien.

Doch die Universitäten bleiben weiterhin Wagenburgen der Männer. Dorothea Christiane Erxleben  ist erbost. Ein jeder will gern ein verständiges Weib haben, aber die Mittel des Verstandes will man ihnen nicht zulassen. Sie verfasst eine Schrift mit dem Titel „Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten“.

Die Kaplanei 10 in Quedlinburg, Arbeits- und Wohnort von Dorothea Christiane Erxleben.
Die Kaplanei 10 in Quedlinburg, Arbeits- und Wohnort von Dorothea Christiane Erxleben.
Foto: Olaf Meister Lizenz: CC BY SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Kinder, Küche, Universität

1740, mit 24 Jahren, reicht sie bei König Friedrich dem Zweiten ein Gesuch ein, zusammen mit ihren Brüdern studieren zu dürfen. Und tatsächlich, der König stimmt zu, aber ausgerechnet mit der Freistellung der Brüder vom Militärdienst gibt es Probleme. Und alleine getraut sich die junge Frau nicht an die Uni.

Dorothea Christiane Erxleben, sie hat inzwischen geheiratet, hat alle Hände voll zu tun, die fünf Kinder zu versorgen, die ihr Mann mit in die Ehe gebracht hat. Vier eigene kommen noch dazu. Nebenbei kümmert sie sich um mittellose Kranke, was ihr die Beschwerde ansässiger Ärzte einbringt, sie sei eine Dilettantin und dürfe ohne Doktortitel nicht praktizieren.

Nachdem sie sogar ein offizielles Schreiben erhält, dass sie die Behandlung von Kranken zu unterlassen habe, rafft sie sich auf. Neben ihren Pflichten als Mutter und Ehefrau setzt sie sich an den Schreibtisch. Sie ist 38 Jahre alt, als sie ihre Doktorarbeit einreicht. „Akademische Abhandlungen von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsicheren Heilung der Krankheiten“ lautet der Titel.

Dorothea Christiane Erxleben promovierte

Am 6. Mai 1754 legt sie in Halle das Promotionsexamen ab. Mit großem Erfolg. Dorothea Christiane Erxleben ist Frau Doktor, endlich. Endlich darf sie das tun, was sie von Kindheit an als Berufung empfunden hat. Damit ist sie auch die Erste promovierte Frau in deutschen Staaten.

Erst 150 Jahre später erhalten Frauen in Deutschland offiziell die Erlaubnis zu studieren. In Preußen zuletzt, im Jahre 1908.

Dorothea Christiane Erxleben verstarb am 13. Juni 1762.

Übrigens… Ingo hat aus dem Google Doodle wieder ein kurzes Video erstellt.

Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben

Die Autorin Emmy Kraetke Rumpf hat ein 176 Seiten umfassendes Taschenbuch über das Leben der Dorothea Christiane Erxleben verfasst. Sie können das Buch „Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben“ [Werbung] online bestellen.

Informationsquellen:

  • August Hirsch: Erxleben, Dorothea. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877
  • Emmy Kraetke-Rumpf: Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben. 2003, ISBN 3-86122-006-7.
Hedy Lamarr: Google Doodle

Hedy Lamarr: Die erste Nackte im Spielfilm

Hedy Lamarr erblickte am 9. November 1914 in Wien das Licht der Welt. Sie galt als schönste Frau der Welt und wurde als erste Nackte im Film berühmt.

Hedy Lamarr: Google Doodle
Hedy Lamarr: Google Doodle

Hedwig Eva Maria Kiesler, so ihr bürgerlicher Name, kam am 9. November 1914 zur Welt, als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Bankiers und einer Pianisten in Wien

Hedy Lamarr ist ein Einzelkind, ein pummeliges Prinzesschen, dass von seinen Eltern vergöttert wird. Die Kleine hat Kindermädchen und Hauslehrer, erhält schon früh Ballett- und Klavierstunden, besucht als Teenager ein Mädchen-Pensionat in der Schweiz. Mit 16 verlässt das hübsche Fräulein Kiesling die Schule, um Schauspielerin zu werden.

Schauspielunterricht in Berlin

Eine Weile besucht sie die Theaterschule Max Reinhardt  in Berlin (die inzwischen zur Universität der Künste Berlin gehört), anschließend spielt sie erste Rollen im Film. Etwa an der Seite Heinz Rühmanns in „Man braucht kein Geld“ (1931).

Der Skandal, der Hedy Lamarr berühmt machte

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Auf die bescheidenen Anfänge folgt bald ein Skandal, der sie weltberühmt machen wird. Hedy Lamarr übernimmt die Hauptrolle in der tschechisch-österreichischen Co-Produktion „Symphonie der Liebe“ (Originaltitel: Ekstase, 1933). „Es war eine nette Geschichte“, sagte Hedy Lamarr in einem Interview und weiter: „Eine Frau war unglücklich. … Und plötzlich sagen sie, ich soll mir alles ausziehen!“

Die naive 18-jährige lässt sich vom Regisseur überreden nackt in einem See zu baden. Anschließend muss sie auch noch durch einen Wald flitzen, auf der Suche nach ihrem Pferd, dass mit den Kleidern davon galoppiert ist.

Im Januar 1933 wird der schwüle Film unter dem Titel Ekstase uraufgeführt und sorgt für heftige Tumulte. Hedy Lamarr gilt nicht nur als erste Nackte im Kino, sie spielt auch noch einen Orgasmus. Damit die ekstatischen Zuckungen auf ihrem Gesicht besonders glaubwürdig wirken, soll sie der Regisseur mit einer Nadel in den Po gestochen haben. Vom Ergebnis sind jedenfalls nicht nur ihre Eltern entsetzt. Der Papst missbilligt den Streifen, die Nazis verbieten ihn und in Amerika wird er gleich vom Zoll beschlagnahmt.

Ehemann hält sie wie eine Gefangene

Hedy Lamarr (1940)
Hedy Lamarr (1940)

Hedy Lamarr: „Ich habe viel gekämpft, weil das für meine Familie nicht gepasst hat, aber sonst war’s harmlos“. Ganz anders sieht das Hedy Lamarrs Gatte, den sie im August 1933 geheiratet hat. Fritz Mandl ist Besitzer der Hirtenberger Patronenfabrik und einer der größten Waffenproduzenten Europas. Er lebt in einer palastartigen Villa mit 20 Bediensteten, isst von Tellern aus massivem Gold, und empfängt Gäste wie Mussolini zum Dinner. Seine hinreißende junge Frau führt er dabei vor wie eine Trophäe. Die Vorstellung, dass jeder sie nackt im Kino sehen kann, behagt ihm gar nicht.

Mandl soll versucht haben, sämtliche Kopien von Ekstase auszukaufen und zu vernichten. Außerdem verbietet er seinem Hasi jede weitere Filmarbeit und hält sie wie eine Gefangene. Als Dienstmädchen verkleidet will Hedy Lamarr eines Nachts aus dem Madl-Palast geflohen sein.

Hedy Lamarr: Über Paris und London nach Hollywood

Über Paris gelangt die inzwischen 22-jährige nach London, wo der MGM-Boss Louis B. Mayer gerade Urlaub macht. Die atemberaubende Wienerin passt perfekt ins Beuteschema des Hollywood-Moguls. Und auf der gemeinsamen Überfahrt nach Amerika, schließen die beiden einen 7-Jahresvertrag ab.

Hedy Lamarr: Schönste Frau der Welt

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Als sich Hedy Lamarr 1937 in New York eintrifft, erklärt man sie gleich zur schönsten Frau des Jahrhunderts. Mayer ändert ihren Namen in Hey Lamarr und beschließt, sie als kühlen Marmortyp einzusetzen. Doch so recht weiß MGM nichts mit ihr anzufangen. Deshalb leiht man sie erst einmal an ein anderes Filmstudio aus.

Eigentlich bietet ihr der Film Algiers den perfekten Einstieg in Hollywood. Als Französin Gaby, die den Gangster Pépé le Moko zum Verhängnis wird, ist Hedy umwerfend. Faszinierend und geheimnisvoll taucht sie in den Gassen der Casbah auf. Ihr dunkles Haar und der Mittelscheitel, der die hohe Stirn betont, setzen Trends in der Traumfabrik. Algiers wird ein riesiger Erfolg, auf den allerdings gleich mehrere Flops folgen.

Ihr Wiener Akzent wird zum Problem

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Ein Problem ist Hedys Wiener Akzent, der sie immer ein wenig fremd wirken lässt. MGM kommt deshalb auf die Idee, sie als Exotin zu vermarkten. In der Rolle der russischen Straßenbahnschaffnerin Theodore in Comrade X gelingt das noch recht gut. Doch Comrade X ist nur ein Aufguss der erfolgreichen Ninotschka mit Greta Garbo und hält den Vergleich nicht stand.

So geht es weiter. Hedy dreht mit Clark Gable, Spencer Tracy und James Stewart, ohne das sein wirklicher Knüller dabei herauskommt. Ihr Auftritt in dem Film Ziegfeld Girl (Mädchen im Rampenlicht , 1941) treibt das Marmor-Image auf die Spitze.

Hedy trägt schwer an einer gewaltigen Sternen-Krone und wirkt, bei aller Schönheit, leblos wie eine Anziehpuppe. Vielleicht hat sie einfach nur Pech. Sind es mal die falschen Rollen, dann wieder die falschen Filme. Vielleicht fehlt ihr aber auch das gewisse Etwas, diese besondere Magie, die die Ikonen des Kinos auszeichnet.

Viele Rollen abgelehnt, die andere berühmt machten

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Sie will viele Rollen abgelehnt haben, mit denen andere berühmt wurden: Casablanca (1942) etwa oder „Das Haus der Lady Alquist“ (1944), die Ingrid Bergman unsterblich machen.

Bei MGM gilt Hedy Lamarr bald schon als schwierig und bequem. Noch schlimmer wird es, als man versucht ihr unterkühltes Images zu ändern. In „White Cargo“ (1942) erscheint sie als dunkelhäutige Schlampe, die die Männer ins Verderben stürzt.

Die Marmor-Göttin mit Kakao-Butter eingeschmiert, wirkt eher komisch als verrucht. Doch die GIs lieben diesen Film und Hedys Kurswert als Pin-Up steigt enorm. Überhaupt engagiert sie sich leidenschaftlich im Kampf gegen die Nazis.

Ihr Kampf gegen die Nazis

Amerikas Kriegsanleihen-Kampagne ist im vollen Gange und es überrascht keinen, dass Hedy Lamarr die beste Verkäuferin ist. Da sie jedem Mann, der Kriegsanleihen zeichnet, einen Kuss verspricht, nimmt Hedy ein Vermögen ein. Sie will sich allerdings nicht nur auf der Leinwand räkeln und Küsse verkaufen.

Erfindung des Frequenzsprungverfahrens

Zusammen mit den befreundeten Avantgarde-Komponisten George Antheil tüftelt sie an einem System zur störungsfreien Funkfernsteuerung von Torpedos. Die Schöne versteht etwas von Waffen, schließlich war sie vier Jahre lang mit Fritz Mandl verheiratet. George Antheil schreibt in seiner Biografie: „Immer wieder hatte sie gehört, wie er mit seinen Fachleuten neue Waffen besprach. Und diese Dinge hatte sie in ihren schönen Lockenkopf behalten, während Fritz Mandl glaubte, sie hätte nicht die mindeste Ahnung. Eine ihrer Ideen war so gut, dass ich vorschlug, sie patentieren zu lassen und der Regierung der Vereinigten Staaten anzubieten. Danach arbeiteten wir viele Wochen lang an dieser Erfindung und diskutierten sie, bis wir beide blau im Gesicht waren.“

Hedys Idee ist, das Steuerungssignal selbsttätig zwischen mehreren Frequenzen hin- und herspringen zu lassen. Um Sender und Empfänger dabei zu synchronisieren verwenden die beiden gelochte Papierrollen, die Antheil von seinen Kompositionen für mechanische Klaviere kennt.

1942 erhalten die Tüftler ein Patent auf ihr „Frequency Hopping“. Die Bedeutung der Erfindung ist umstritten.  Während viele Experten sie für eine Grundlage des Mobilfunks und der modernen Netzwerkkommunikation halten, sehen Kritiker darin nur eine der Legenden, die hartnäckig durch das Internet geistern.

Immerhin wird Hedy Lamarr ein halbes Jahrhundert später mit Eherungen überhäuft.  1997 erhält sie den Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation und zahlreiche weitere Preise.  In den 1940er Jahren wird über ihr Patent so gut wie gar nichts bekannt. Freunde munkeln, weil die Erfindung so brisant gewesen sei und Hedy als Spionin gearbeitet haben könnte. Wahrscheinlicher ist, dass Intelligenz nicht zum Image einer Hollywood-Göttin passt. Um ihr genügend Sex-Appeal zu geben. , hat man sich bemüht, sie als ein bisschen dumm hinzustellen. Aber Hedy ist sehr, sehr klug. Neben den meisten Schauspielerinnen in Hollywood ist Hedy eine intellektuelle Riesin.

Hedy Lamarr: Ein Top-Star in Hollywood

Die Schauspielerin leidet unter dem Image der beschränkten Diva und unter dem Druck des Studios. Sie gründet eine eigene Produktionsfirma, ist damit allerdings nur mäßig erfolgreich. Ihren größten kommerziellen Hit dreht sie 1949 für Cecil B. DeMille, der auch Regie führt. Der Film „Samson and Delilah“ fällt jedoch mehr durch seine Ausstattung und Spezialeffekte auf als durch die Leistung der Schauspieler. Ein Kritiker lästert bei der Uraufführung, er schätze Filme gar nicht, in denen der Hauptdarsteller größere Brüste als die Hauptdarstellerin habe.

Hedy Lamarr fand nie ihr Glück

Dennoch, zu dieser Zeit gehört Hedy Lamarr zu den Top-Stars in Hollywood und gilt als Inbegriff des Glamours. Sie selbst will sich nie viel daraus gemacht haben. Ihre drei Kinder sehen das anders und klagen noch heute über die ständige Abwesenheit der Mutter. Auch Hedys sechs Ehen sind alle, mehr oder weniger, Katastrophen.

Nach der Scheidung von Mandl heiratet sie 1939, auf einem Tagesausflug nach Mexiko, den Autor Gene Markey, den sie bald darauf für den Schauspielerkollegen John Loder verlässt. Ehemann Nummer vier wird der Bandleader und Hotelbesitzer Teddy Stauffer in Acapulco, auf den noch der  texanische Ölmagnat W. Howard Lee und der Scheidungsanwalt Lewis J. Boles folgen. Keiner dieser Männer macht sie glücklich. Die meisten nutzen sie aus.

Autobiografie „Ekstase und ich“

The Strange Woman (1946): George Sanders mit Hedy Lamarr
The Strange Woman (1946): George Sanders mit Hedy Lamarr

In den 1950er Jahren werden ihre Filme immer schlechter. Und schließlich bleiben die Rollen ganz aus. 1966 unternimmt sie den verzweifelten Versuch, sich mit ihrer Autobiografie „Ekstase und ich“ noch einmal ins Gespräch zu bringen. Das Ergebnis ist so peinlich, dass sie die beiden Ghostwriter verklagt. Gleichzeitig gerät sie als Ladendiebin in die Schlagzeilen.

Von den 30 Millionen Dollar, die Hedy Lamarr verdient haben will, ist ihr nichts geblieben. Eine Zeit lang soll sie sogar in Armut gelebt haben. Doch als der Software-Konzern Corel Anfang der 1990er Jahre mit einem Foto von ihr wirbt, verklagt ihn die inzwischen 80-jährige und erhält eine Millionenabfindung.

Fünf Jahre später, am 19. Januar 2000, stirbt Hedy Lamarr, einsam in ihrem Haus in Altamonte Springs (Florida / USA).

Adolphe Sax: Google Doodle

201. Geburtstag von Adolphe Sax: Der Erfinder des Saxophons

Heute vor 201 Jahren: Es ist der 6. November 1814, als Adolphe Sax in Dinant (Wallonie, Belgien) das Licht der Welt erblickt. Bekannt macht ihn seine Erfindung des Saxophons, doch den großes Siegeszug seines Instrument erlebt Adolphe Sax nicht mehr. 

[ This article is also available in English: Adolphe Sax ]

Adolphe Sax: Google Doodle zum 200. Geburtstag
Adolphe Sax: Google Doodle

Adolphe Sax: Arm, aber innovativ

Adolphe Sax
Adolphe Sax

Adolphe Sax ist eines von elf Kindern. Die Familie Sax zieht 1835 nach Brüssel, wo der Vater Charles Joseph Sax, ein Kunsttischler, eine Instrumentenbauwerkstatt eröffnet. Adolphe besucht das Brüsseler Konservatorium und studiert dort Flöte, Klarinette, Gesang und Harmonie. Seine erste selbstständige Arbeit als Instrumentenbauer in der Werkstatt seines Vaters ist die Vervollkommnung von Klarinette und Bassklarinette (Patent 1838).

Ausgewandert – mit 30 Franc und einem Musikinstrument

1842 wandert der belgische Instrumentenbauer Adolphe Sax aus, von Brüssel nach Paris. Der 28-Jährige hat nur 30 Franc in der Tasche und im Gepäck seine neueste Erfindung: ein Musikinstrument, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Er nennt es Saxophon. In Paris, so hofft der junge Belgier, wird seine Erfindung Anklang finden.

Adolphe Sax wurde über Nacht bekannt

Und tatsächlich: Der damalige Papst der Pariser Musikszene, der Komponist Hector Berlioz, ist bereit ihn zu empfangen. Mehr noch, er darf vorspielen. Als Adolphe Sax am nächsten Morgen die Zeitung aufschlägt, ist er schon ein bekannter Mann. Berlioz hat ein wahres Loblied auf sein Saxophon geschrieben.

Der Hauptvorzug des Saxophons ist die abwechslungsreiche Schönheit seiner verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten. Berlioz schwärmt: „Einmal tief rund ruhig, dann träumerisch und melancholisch, zuweilen zart, wie der Hauch eines Echos.“

Das Geheimnis des Klanges

Das Geheimnis hinter dem besonderen Klang: Adolphe Sax hat ein Blasinstrument aus Blech mit dem weichen Klang eines Holzbläsers entwickelt, indem er das Mundstück einer Klarinette einfügte. Da das so genannte Blatt am Mundstück, dass den Ton erzeugt, aus Holz ist, zählt das Saxophon übrigens zur Gruppe der Holzblasinstrument.

Weshalb ist das Saxophon gebogen?

Saxophon: Eine Erfindung von Adolphe Sax
Saxhorn

Seinen vollen Klang bekommt das Saxophon erst durch das lange, gebogene Rohr. Gebogen übrigens nur, weil es sonst fast die Länge eines Alphorns hätte und sehr unhandlich wäre. Variiert wird der Ton, wie bei einer Flöte, durch Tonlöcher.

Belieferung der Militärkapellen

In Paris findet der junge Erfinder Adolphe Sax damals Freunde und Förderer, mit deren Geld er seine erste kleine Wohnwerkstatt errichtet. Schließlich hat er auch Erfolg bei Hof. Von König Louis-Philippe erhält Sax das Monopol zur Belieferung der Militärkapellen, denn das neue Instrument ist stimmstabil, wetterfest  und – wenn es sein muss – laut.

Patent wurde Adolphe Sax zum Verhängnis

Im Juni 1846 bekommt Adolphe Sax ein Patent. Nur er darf fortan Saxophone bauen. Das ruft jede Menge Neider auf den Plan. Die Pariser Instrumentenbauer versuchen, Sax in den Ruin zu treiben. Sie werben seine besten Mitarbeiter ab, streuen das Gerücht, er sei pleite und führen einen Patentprozess nach dem anderen gegen ihn. Schließlich geht seine Firma tatsächlich bankrott. Auch, weil sich das Saxophon in der ernsten Musik nicht durchsetzen kann. Am 7. Februar 1894 stirbt Adolphe Sax 79-jährig in Paris, verarmt und vergessen.

Jazz: Der Durchbruch des Saxophons

Saxophonist
Saxophonist

Erst 30 Jahre nach seinem Tod beginnt die eigentlich Karriere seines Saxophons, weit weg, in den USA. Jazz-Saxophonisten wie Charlie Parker machten das Saxophon zu dem, was es noch heute ist: eines der beliebtesten Solo-Instrumente  und sicher das mit dem coolsten Image.

Das Original Adolphe-Sax-Saxophone

Nick Rail & Jim Scimonetti beschreiben das Original-Instrument, das Saxophon von Adolphe Sax aus dem Jahre 1967. Video in englischer Sprache.

Andere empfehlenswerte Artikel zum Thema 201. Geburtstag von Adolphe Sax:

George Boole: Google Doodle

George Boole: Der Mann ohne den es weder Computer noch Smartphones gäbe

George Boole wurde heute vor 200 Jahren, am 2. November 1815 in Lincoln (England) geboren. George Boole, der Name sagt Dir nichts? Das ändert sich schlagartig, erwähnt man die boolesche Algebra, die nach ihm benannt ist.

George Boole: Google Doodle
George Boole: Google Doodle

Mit 16 Jahren wurde er Hilfslehrer

Im Alter von nur 16 Jahren wurde George Boole Hilfslehrer, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Zuvor war der Schusterladen seines Vaters in die Pleite gerutscht.

Mit 19 Jahren eröffnete George Boole seine eigene Schule. Nebenbei studierte er die Werke große Mathematiker.

Wissenschaftlicher Erfolg

Ein Fachaufsatz, den George Boole 1844 mit 29 Jahren veröffentlichte, brachte ihm ersten wissenschaftlichen Ruhm ein.

Professor ohne Uni-Abschluss

George Boole
George Boole

Fünf Jahre später wurde er schließlich – ohne selbst jemals eine Universität besucht zu haben – zum Mathematikprofessor am Queen’s College im irischen Cork berufen, dem heutigen University College Cork.

Dort veröffentliche George Boole 1854 sein wichtigstes Werk, „An investigation into the Laws of Thought“ (Eine Untersuchung der Gesetze des Denkens). „Schon Gottfried Wilhelm Leibniz hoffte, dass man da smenschliche Argumentieren in algorithmisches Rechnen überführen und somit über den Zweifel der Subjektivität erhaben machen könnte“, berichtet Löwe, der an der Universität Hamburg forscht. „Und George Booles algebraische Sichtweise der Logik ermöglicht die Verwirklichung des Leibnizschen Traums in der Form des heutigen Computers.“

Erst durch de Idee Alan Turings Anfang des 20. Jahrhunderts und die Entwicklungen im Zweiten Weltkrieg habe die Boolesche Algebra allerdings ihren Siegeszug als Kernbestandteil moderner Computerarchitektur antreten können.

George Boole selbst hatte zwar vermutlich keine Computer vorausgesehen, die Tragweite seiner Arbeit aber durchaus erkannt, die er in einem Brief an Lord Kelvin einmal als „meinen wertvollsten, wenn nicht meinen einzigen wertvollen Beitrag zur Wissenschaft“ bezeichnet hat. Außer mit Logik beschäftigte sich George Boole mit Differentialgleichungen, Zahlentheorie und numerischen Methoden.

Karriereende Lungenentzündung

George Booles Karriere kam zu einem jähen Ende, als er sich auf dem drei Kilometer langen Fußweg von seinem Heim zur Universität im strömenden Regen eine Lungenentzündung zuzog.

Angeblich soll George Booles Frau in dem Versuch, Gleiches mit Gleichem zu heilen, George im Krankenbett wiederholt mit Wassereimern übergossen haben. George Boole erholte sich nicht mehr und starb am 8. Dezember 1864 mit 49 Jahren in Ballintemple bei Cork.

Das Genie George Boole

Yps 1975: Google Doodle

YPS: 1975 ein Kinderheft, heute ein Männermagazin

Das erste YPS Heft ist heute vor 40 Jahren, am 13. Oktober 1975, erschienen. Der Verlag Gruner + Jahr, der das Heft auf den Markt brachte, hatte vorher fünf Testhefte produziert, die nur in Hessen erschienen sind und ohne das Känguruh YPS auskamen, das dem Heft seinen Namen gibt.

YPS 1975: Google Doodles
YPS 1975: Die sechs Google Doodles als Animation

Gullivers Reisen

Die Abenteuer aus den ersten YPS Testausgaben werden frei nach Jonathan Swift, dem Autor von Gullivers Reisen, erzählt. Daher lehnt sich die Story natürlich stark an den Roman an.

Urzeitkrebse häufigstes Gimmick

Das erste YPS Heft vom 13. Oktober 1975 hatte ein Kunststoff-Katapult als Gimmick beigelegt. Wenn trotzdem die Urzeitkrebse den Lesern am meisten in Erinnerung geblieben sind, hat auch das seinen Grund: Die Eier der Krebse waren 20 mal im Heft und sind damit das häufigste Gimmick der Publikationsgeschichte. Auf Rang 2 liegt das YPS Abenteuerzelt mit 15 Einsätzen.

Springbohnen

Die mexikanischen Springbohnen kamen in Hamburg an, und in dem Moment, wo sie Licht und Wärme ausgesetzt waren, raschelte alles. Die Zöllner haben sich erschrocken und hielten sie nicht für Spielzeug, sondern für lebende Tiere. „Wir mussten extra Expertisen von Insektenexperten heranziehen, um den Zoll zu überzeugen. Die hatten Angst, dass wir Motten oder Ähnliches ins Land bringen“, erzählt Tüftler und Cheflogistiker Reinhard Haas.

Robin Ausdemwald

Robin Ausdemwald zählt zu den beliebtesten und am häufigsten in YPS veröffentlichten Comics. Robin Ausdemwald (Robin Dubois) ist eine 1968 von dem Texter Turk und dem Zeichner Bob de Groot für die Comiczeitschrift Tintin entwickelte Comicserie. Es handelt sich um eine Parodie auf Robin Hood, den englischen Volkshelden. Die Geschichten wurden später in 19 Bänden zusammengefasst und herausgegeben. Seit 1975 erschienen die Geschichten unregelmäßig im YPS Magazin. 1988 hat der Carlsen Verlag die Geschichten in neun Bänden herausgegeben.

Verlagsgeschichte

YPS 1975: Heft 1
YPS 1975: Heft 1
YPS 1975: Ausgabe 19
YPS 1975: Ausgabe 19

1999 hat der Egmont Ehapa Verlag, der auch den Konkurrenten Micky Maus betreut, die Rechte am Heft gekauft – und es schon im folgenden Jahr eingestellt. Nur drei Tage vor dem 25. Geburtstag.

2005 gab es einen neuen Versuch mit vier Testheften, denen vorerst keine Serienproduktion folgte.

2012 wurde YPS mit verändertem Konzept neu aufgelegt; seit März 2015 erscheint das Heft zweimonatlich, inzwischen nur noch vierteljährlich. Im Oktober 2012 erschien zunächst eine Testausgabe, die sich nun an 45- bis 55-Jährige richtete, die mit der Zeitschrift groß geworden sind. Seit März 2013 erscheint die Zeitschrift vierteljährlich.

YPS – heute ein Männermagazin

Die Urzeitkrebse sind der Klassiker in der Gimmick-Geschichte. Sie kamen auch in das Heft, mit dem das Magazin vor drei Jahren wiederbelebt wurde. Was 1975 für Kinder gedacht war, ist heute für Männer konzipiert, die zur Hochphase des Titels Kinder waren: die heute 45- bis 55-Jährigen. So komisch es klingt: YPS ist ein Männermagazin.

Die Rückkehr von YPS

Ende 2012 kehrte das Kultmagazin YPS zurück und hatte sich gewandelt – von der Kinder- und Jugendzeitschrift zum Magazin für Erwachsene. Die Trilogie „Die Rückkehr von YPS“ beleuchtet den Werdegang von YPS – von 1975 bis heute. In Teil 1 geht es um das „alte“ YPS.