Caroline Herschel Google Doodle

Caroline Herschel: Die erste Berufs-Astronomin

Caroline Herschel war eine deutsche Astronomin. Zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere unterstützte sie ihren Bruder Wilhelm Herschel bei seinen Forschungen, glänzte aber bald durch eigenständige Leistungen. Caroline Herschel hatte eine Schwester und vier Brüder. Neben Wilhelm Herschel war auch ihr Bruder Alexander Herschel als Musiker und Astronom tätig.

Caroline Herschel Google Doodle
Caroline Herschel Google Doodle
Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel – Kaiserin

Die bedeutende Astronomin Caroline Herschel lebte von 1750 bis 1848. Sie war die erste Frau, die als berufsmäßige Astronomin arbeitete und dafür ein Gehalt

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel Biographie

Biografie von Caroline Herschel (1750-1848), deutsche Astronomin.

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel – Astrokramkiste

Caroline Herschel war die 12 Jahre jüngere Schwester von Wilhelm Herschel. Sie hatte das Glück, als Mädchen lesen und schreiben lernen zu dürfen, wurde

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel – Universität Münster

Caroline Herschel wurde 1750 in eine große Hannoveraner Musikerfamilie hineingeboren. Sie erfuhr in ihrer frühen Kindheit eine sehr traditionelle Erziehung

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Herschel Programm

Das Caroline Herschel Programm der Leibniz Universität Hannover wurde zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses eingerichtet.

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Im Schatten ihres großen Bruders: Das Leben

Aber den wenigstens wird der Name Caroline Herschel einfallen. Dabei hätte es die Schwester von Wilhelm und Tante von John durchaus

Caroline Herschel
Caroline Herschel

Caroline Lucretia Herschel

Privates. Caroline Lucretia Herschel, geboren am 16. März 1750 als Tochter von Isaac und Anne Ilse Moritzen Herschel in Hannover, wurde eine der wenigen.

Caroline Herschel war eine deutsche Astronomin und lebte von 1750 bis 1848. Geburtstag am 16. März, Biografie und Steckbrief

Video über das Caroline Herschel Doodle

 

René Laënnec: Google Doodle

René Laënnec: Google Doodle für Stethoskop Erfinder

Tief ein- und ausatmen – diesen Satz hat jeder bereits von seinem Hausarzt gehört. Der Arzt hörte uns dann mit einem Stethoskop ab. Genau dieses hat René Laënnec erfunden, der heute 235 Jahre alt geworden wäre.

René Laënnec: Google Doodle
René Laënnec: Google Doodle

Stethoskop zufällig erfunden

Das Stethoskop erfand René Laënnec aus Eitelkeit und eher zufällig. In der damaligen Zeit legten Ärzte ihr Ohr direkt auf die Brust ihrer Patienten, um sie abzuhören. René Laënnec war sich jedoch zu fein dazu. Als er einen Patienten abhören musste, suchte er nach einer Möglichkeit, den direkten Kontakt zu vermeiden. René Laënnec nahm ein Blatt Papier, drehte es zu einer Papierrolle und setzte diese zwischen Brust und Ohr. Erstaunt stellte er fest, dass er damit gar nicht schlechter, sondern viel besser hörte. Diesen Augenblick im Jahre 1816 darf man eigentlich bereits als die Erfindung des Stethoskops bezeichnen. In den nächsten Monaten trieb René Laënnec die Entwicklung des Stethoskops voran, welches zunächst als Hörrohr aus Holz auf den Markt kam.

Stethoskop von René Laënnec, ca. 1820
Stethoskop von René Laënnec, ca. 1820. Foto: Science Museum London / CC BY SA 2.0

Eines der ersten Stethoskope, gefertigt aus Holz und Messing, aus dem Besitz des französischen Arztes René Laënnec. Es besteht aus einem einzigen Hohlrohr . Das vertraute binaurale Stethoskop, mit Gummischlauch an beiden Ohren, wurde erst in den 1850er Jahren entwickelt.

Ob Herztöne oder Lungengeräusche, das Stethoskop gehört zum Arzt, wie sein weiße Kittel. Durch das Abhören ( Auskulation ) der Herztöne lassen sich zum Beispiel Herzkrankheiten frühzeitig erkennen. Im Laufe der Entwicklungsphasen und der Zeit konnten sich Littmann Stethoskope durchsetzen.

Weshalb heißt das Stethoskop so?

Das Wort Stethoskop setzt sich, vereinfacht erklärt, aus den beiden Silben stethos (Brust) und skop (untersuchen) zusammen. Streng genommen werden verstärkte ein Stethoskop Geräusche, weshalb es Stethosphone heißen müsste. Da es damals jedoch ausschließlich medizinisch eingesetzt wurde, konnte sich die Bezeichnung Stethoskop durchsetzen.

Wo werden Stethoskope außerhalb der Medizin eingesetzt?

Die Abhörgeräte außerhalb der Arztpraxen haben äußerlich keine Ähnlichkeit mit dem Stethoskop, welches wir aus einer Arztpraxis kennen, lediglich die Funktion ist gleich. Außerhalb der Medizin findet man sie zum Beispiel im Maschinenbau, um möglichst frühzeitig Lagergeräusche wahrnehmen zu können und dadurch einen Maschinen- oder Motorschaden verhinden zu können.

Das elektrische Stethoskop

Es existieren bereits rein elektrische Varianten des Stethoskops, die jedoch auf Grund ihres noch sehr hohen Anschaffungspreises, kaum Einzug in Arztpraxen gefunden haben.

Fachbezeichnung Auskultation

Die Auskultation (engl. auscultation ) gehört zu den ärztlichen Basistechniken und bezeichnet das diagnostische Erfassen von Körpergeräuschen über das Ohr des Untersuchers. Der französische Arzt René Laënnec hat dieses Untersuchungsverfahren 1816 entdeckt. Die heutige Technik der Auskultation geht auf Josef von Škoda (1839) zurück.

Das Leben des Stethoskop Erfinders

René Laënnec
René Laënnec

Rene Theophile Hyacinthe Laënnec wurde am 17. Februar 1781 in Quimper, in der Bretagne, geboren. Im Alter 19 Jahren war er als Wundarzt in der Westarmee tätig. Anschließend, von 1800 – 1804 absolvierte René Laënnec seine Ausbildung in der Faculté de Médecine de Paris. Ab 1816 war er als Arzt im Hospital „Hopital Necker“ in Paris tätig. Dort kam er dann auch in die Situation, einem Patienten die Brust abhören zu müssen und zur Erfindung des Stethoskops. Im Jahre 1823 lehrte er als Professor am Collège de France in Paris. Am 13. August 1826 verstarb René Laënnec in der Gemeinde Kerlouan, in der Bertagne. Ironischerweise starb er an Tuberkulose. In seinem Geburtsort wurde, ihm zu Ehren, 1868 ein Standbild aufgestellt, welches dauerhaft an den Erfinder des Stethoskops erinnert.

René Laënnec Google Doodle Video

Weiberfastnacht 2016

Weiberfastnacht: Der Straßenkarneval beginnt

Als Weiberfastnacht wird der Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval am Donnerstag vor Aschermittwoch bezeichnet. Die Weiberfastnacht wird auch als Wieverfastelovend (Kölsch), Fettdonnerstag (Aachen), Schwerdonnerstag (Koblenz) oder Weiberfaasnet (Schwäbisch) bezeichnet.

Weiberfastnacht 2016
Weiberfastnacht 2016

Helau und Alaaf! Der Doodle Finder hat sich bereits verkleidet und ist unterwegs!

Weiberfastnacht
Weiberfastnacht
Weiberfastnacht
Weiberfastnacht
Narrengilde feiert Weiberfastnacht
Narrengilde feiert Weiberfastnacht
Weiberfastnacht Düsseldorf
Weiberfastnacht Düsseldorf

Weiberfastnacht Google Doodle

Charles Perrault: Google Doodle 2

Charles Perrault: Seine Märchen verzaubern Generationen

Der französische Schriftsteller Charles Perrault machte Märchen in Europa populär. Selbst die Gebrüder Grimm bedienten sich an seinen Geschichten, und machten sie weltbekannt. Charles Perrault wäre er 388 Jahre alt geworden.

Charles Perrault
Charles Perrault: Der gestiefelte Kater

Das Leben des Charles Perrault

Charles Perrault wurde am 12. Januar 1628 in Paris geboren und wuchs in einer wohlhabenden Familie auf. Er studierte Jura und wurde 1651 als Rechtsanwalt zugelassen.

Er folgte seinem älteren Bruder in einen hohen Posten der Finanzverwaltung am Hofe. Bereits dort glänzte er als vielseitiger Literat und fiel dem älteren Literatenkollegen Jean Chapelain positiv auf, der ihn dem neuen allmächtigen Minister Colbert empfahl. Dieser machte Charles Perrault 1662 zum Sekretär der sog. Petite Académie, einer Art Prüfinstanz für alle Kunst- und Literaturwerke, die König Ludwig XIV. zum Kauf angeboten wurden oder ihm zugeeignet werden sollten. Wenig später wurde Charles Perrault so etwas wie ein oberster Kulturbeamter

Charles Perrault
Charles Perrault: Dornröschen

Charles Perrault und seine Märchen-Karriere

Richtig bekannt wurde er allerdings erst durch seine Märchen, die er zunächst in Versform verfasste. 1695, im Alter von 67 Jahren, schrieb er „Geschichten, oder Erzählungen aus alter Zeit“ („Histoires ou Contes du temps passé“).

Die Sammlung von Prosamärchen umfasste Geschichten, die 200 Jahre später zum Beispiel von den Gebrüdern Grimm und Walt Disney in veränderten Fassungen als Dornröschen, Rotkäppchen, Blaubart, Der gestiefelte Kater, Frau Holle und Aschenputtel übernommen und populär wurden. Ludwig Bechstein erntdeckte das Märchen „Der kleine Daumling“ neu.

Charles Perrault
Charles Perrault: Aschenputtel

Heute wäre Charles Perrault 388 Jahre alt geworden.

Video: Die Charles Perrault Google Doodles

 

Liste der Märchen

Die Vers-Märchen

  • Griseldis (zuerst 1691)
  • Eselshaut (Peau d’Âne, zuerst 1694)
  • Die törichten Wünsche (Les Souhaits ridicules, zuerst 1693)

Die Prosa-Märchen

  • Die schlafende Schöne im Walde (La Belle au bois dormant, zuerst 1696)
    bekannt durch Grimms Märchen als Dornröschen
  • Das Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge)
    bekannt durch Grimms Märchen als Rotkäppchen
  • Der Blaubart (La Barbe bleue)
    bekannt durch Grimms Märchen als Blaubart
  • Meister Kater oder Der Gestiefelte Kater (Le Maître Chat ou le Chat botté)
    bekannt durch Grimms Märchen als Der gestiefelte Kater
  • Die Feen (Les Fées)
  • Aschenputtel oder Der kleine gläserne Schuh (Cendrillon ou la Petite Pantoufle de verre)
    bekannt durch Grimms Märchen als Aschenputtel
  • Riquet mit dem Schopf (Riquet à la Houppe)
  • Der kleine Däumling (Le Petit Poucet)
    später auch bei Ludwig Bechstein
Ludwig van Beethoven: Google Doodle

Ludwig van Beethoven: Google Doodle zum 245. Geburtstag

Am 17. Dezember 1770 wurde Ludwig van Beethoven in Bonn geboren.

Ludwig van Beethoven: Google Doodle
Ludwig van Beethoven: Google Doodle

Er wuchs unter schwierigen Verhältnissen auf. Sein Vater, dem Alkohol nicht abgeneigt, zwang ihn bereits als Kleinkind Klavier zu spielen. Er prahlte mit seinem Sohn, nahm Saufkumpanen nachts mit in die Wohnung und weckte seinen Sohn, der sein können dann präsentieren musste.

Die Schule besuchte Ludwig van Beethoven nur unregelmäßig, fast gar nicht. Das Klavierspielen war seinem Vater wichtiger als die Schulbildung. Daher konnte Beethoven sein Leben lang nicht wirklich rechnen und machte jede Menge Rechtschreibfehler.

Später entdeckte Hoforganist Gottlieb Neefe sein Talent und wusste ihn besser zu fördern. Im Jahre 1787 sollte Ludwig van Beethoven bei Mozart in Wien studieren. Auf Grund des schlechten gesundheitlichen Zustands seiner Mutter kehrte er jedoch zurück. Fünf Jahre später unternahm er einen weiteren Versuch, doch da war Mozart bereits verstorben. Ludwig van Beethoven wurde in Wien schließlich Schüler des Komponisten Joseph Haydn.

Erste Anzeichen eines Gehörleidens traten 1796 bei Beethoven auf. Er zog sich immer weiter zurück. 1802 offenbarte er in seinem „Heiligenstädter Testament“ seine Verzweiflung über die zunehmende Taubheit. 1814 trat Ludwig van Beethoven zum letzten Mal öffentlich auf. Um 1818 konnte er sich nur noch mit Hilfe von Konversationsheften mit seinen Besuchern unterhalten.

Ludwig van Beethoven verstarb am 26. März 1827 an den Folgen eines Leberleidens.

Ludwig van Beethoven Doodle: Die Lösung

Australopithecus Afarensis

Australopithecus Afarensis

Lucy, der besterhaltene Australopithecus afarensis, wird heute mit einem Google Doodle geehrt. Heute vor 41 Jahren, am 24. November 1974, wurde das berühmte Fossil entdeckt. Doch weshalb heißt der Australopithecus Lucy?

Australopithecus Afarensis
Australopithecus Afarensis: Google Doodle

Wie alt ist der Australopithecus afarensis?

Lucy ist das vermutlich 3,2 Millionen Jahre alte Fossil eines Menschenaffen der Art Australopithecus afarensis. Am 24. November 1974 wurde das Teilskelett im äthiopischen Afar-Dreieck vom amerikanischen Paläoanthropologen Donald Johanson entdeckt. Es gilt als eines der besterhaltenden Fossilien der frühen Homini-Arten. Homini bezeichnet die Ahnen des Menschen, die nicht mehr gemeinsame Vorfahren von Mensch und Schimpanse waren. Der jetzt lebende Mensch ist die letzte, nicht ausgestorbene Art im Stammbaum der Homini.

Die erhaltenen Knochen von Lucy (Mitte) und – zum Vergleich – von Australopithecus sediba MH1 (links) und MH2 (rechts) (Originalabbildung von Lee Berger).
Die erhaltenen Knochen von Lucy (Mitte) und – zum Vergleich – von Australopithecus sediba MH1 (links) und MH2 (rechts) (Originalabbildung von Lee Berger).  Urheber: Profberger. Lizenz: CC BY SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Der Australopithecus afarensis und die Musik

Den Namen Lucy verdankt das Fossil der damaligen Popularität der Beatles. Am Fundtag sollen die beteiligten Forscher mehrfach den Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ gehört haben. Mit der Namensgebung war an jedoch zu voreilig, denn es ist nicht vollends bewiesen, dass Lucy ein Weibchen war. Die wissenschaftliche Bezeichnung von Lucys Art hat ihren Namen von dem lateinischen Wort australis („südlich“) und dem griechischen píthēkos („Affe“). Das Beiwort afarensis beschreibt den Fundort in der äthiopischen Afar-Region. Zusammengesetzt ergibt der Australopithecus afarensis also einen „südlichen Affe aus Afar“.

Australopithecus afarensis wurde nur 25 Jahre alt

Lucy war etwa 105 Zentimeter groß, also verhältnismäßig klein im Vergleich zu anderen Fossilien ihrer Art. Im Alter von rund 25 Jahren soll Lucy gestorben sein. Fußspuren ermöglichten die Auswertung ihrer Laufgeschwindigkeit. Nach einer  Videosimulation soll sie zwischen 2,1 und 4,6 Kilometer pro Stunde zurückgelegt haben. Auf den aufrechten Gang des Australopithecus afarensis lässt die Forscher die Beschaffenheit ihrer Oberschenkelknochen schließen.

Video über den  besterhaltene Australopithecus afarensis

Nachbildung des Skeletts von Lucy im Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt
Nachbildung des Skeletts von Lucy im Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt
Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle

Dorothea Christiane Erxleben: Erste deutsche Ärztin

Es ist der 13. November 1715: In Quedlinburg erblickt Dorothea Christiane Erxleben (geborene Leporin) das Licht der Welt. Sie gilt als die erste promovierte deutsche Ärztin und Pionierin des Frauenstudiums.

Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle
Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle

Dorothea Christiane Erxleben  ist eine Frau mit klaren Zielen. Schon als kleines Mädchen weiß sie genau, was sie einmal werden will: Ärztin, wie ihr Vater. Klug ist sie und wie man mit Patienten umgeht weiß sie auch. Oft genug hat sie ihren Vater zu Krankenbesuchen begleitet und ist ihm in der Praxis zur Hand gegangen. Alle nötigen medizinischen Kenntnisse hat sie von ihm gelernt. Latein kann sie auch. Jetzt fehlt nur noch der akademische Grad, den sie braucht, um eine eigene Praxis zu eröffnen.

Frauen durften nicht studieren

Dorothea Christiane Erxleben will sich, zusammen mit ihren Brüdern, an der Uni einschreiben. Doch das ist ein Problem. Im Jahr 1740 bleibt ihr der Zugang zur Universität verwehrt, weil sie eine Frau ist. Da nützt ihr die gesamte fundierte Vorbildung nichts.

Dass Frauen von der höheren Bildung ausgeschlossen wurden, war nicht immer so. Von der Antiken bis zum frühen Mittelalter durften Frauen an Akademien studieren und lehren. Ägypten, Griechenland und das römische Reich konnten weibliche Gelehrte aller möglichen Fakultäten nachweisen. Ärztinnen, Architektinnen, Philosophinnen.

Erst als die Kirche im Mittelalter die Trägerschaft der Bildungseinrichtungen übernahm, wurde es für Mädchen immer schwerer eine eigene Ausbildung zu bekommen. Oft war die Aufnahme an hohe Auflagen gebunden, etwa, dass die Eltern die Mitgift der Studienbewerberin einem Kloster übereignen mussten.

Akademien für sozial schwache und Frauen geplant

Erst im Zeitalter der Aufklärung wurde diskutiert, dass auch Mädchen Zugang zur allgemeinen Schulbildung haben sollten. Dorothea Christiane Erxleben hat Glück. Ihr Vater ist ein Mann mit Weitblick und Tatkraft. Er setzt sich schon 1724 dafür ein, dass in jeder Stadt Akademien aufgebaut werden sollen, wo auch Kinder mittelloser Eltern kostenlosen Unterricht erhalten können. Und nicht nur Jungen.

Da die Realisierung derselben, wie sich leicht denken lässt, in den Sternen stand, so ging Christian Polycarp Leporin sen. Daran, sein Töchterlein selbst auszubilden. Und zwar in dem Fach, in dem er sich am besten auskannte: der Heilkunde. Er nahm die Kleine nicht nur mit auf seine Krankenbesuche, sondern lies sie später sogar von ihr in seiner ärztlichen Praxis vertreten.

Die junge Frau wurde von den Patienten geschätzt, aber von den männlichen Kollegen ihrer Heimatstadt Quedlinburg als Dilettantin und Pfuscherin verschrien.

Doch die Universitäten bleiben weiterhin Wagenburgen der Männer. Dorothea Christiane Erxleben  ist erbost. Ein jeder will gern ein verständiges Weib haben, aber die Mittel des Verstandes will man ihnen nicht zulassen. Sie verfasst eine Schrift mit dem Titel „Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten“.

Die Kaplanei 10 in Quedlinburg, Arbeits- und Wohnort von Dorothea Christiane Erxleben.
Die Kaplanei 10 in Quedlinburg, Arbeits- und Wohnort von Dorothea Christiane Erxleben.
Foto: Olaf Meister Lizenz: CC BY SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Kinder, Küche, Universität

1740, mit 24 Jahren, reicht sie bei König Friedrich dem Zweiten ein Gesuch ein, zusammen mit ihren Brüdern studieren zu dürfen. Und tatsächlich, der König stimmt zu, aber ausgerechnet mit der Freistellung der Brüder vom Militärdienst gibt es Probleme. Und alleine getraut sich die junge Frau nicht an die Uni.

Dorothea Christiane Erxleben, sie hat inzwischen geheiratet, hat alle Hände voll zu tun, die fünf Kinder zu versorgen, die ihr Mann mit in die Ehe gebracht hat. Vier eigene kommen noch dazu. Nebenbei kümmert sie sich um mittellose Kranke, was ihr die Beschwerde ansässiger Ärzte einbringt, sie sei eine Dilettantin und dürfe ohne Doktortitel nicht praktizieren.

Nachdem sie sogar ein offizielles Schreiben erhält, dass sie die Behandlung von Kranken zu unterlassen habe, rafft sie sich auf. Neben ihren Pflichten als Mutter und Ehefrau setzt sie sich an den Schreibtisch. Sie ist 38 Jahre alt, als sie ihre Doktorarbeit einreicht. „Akademische Abhandlungen von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsicheren Heilung der Krankheiten“ lautet der Titel.

Dorothea Christiane Erxleben promovierte

Am 6. Mai 1754 legt sie in Halle das Promotionsexamen ab. Mit großem Erfolg. Dorothea Christiane Erxleben ist Frau Doktor, endlich. Endlich darf sie das tun, was sie von Kindheit an als Berufung empfunden hat. Damit ist sie auch die Erste promovierte Frau in deutschen Staaten.

Erst 150 Jahre später erhalten Frauen in Deutschland offiziell die Erlaubnis zu studieren. In Preußen zuletzt, im Jahre 1908.

Dorothea Christiane Erxleben verstarb am 13. Juni 1762.

Übrigens… Ingo hat aus dem Google Doodle wieder ein kurzes Video erstellt.

Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben

Die Autorin Emmy Kraetke Rumpf hat ein 176 Seiten umfassendes Taschenbuch über das Leben der Dorothea Christiane Erxleben verfasst. Sie können das Buch „Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben“ [Werbung] online bestellen.

Informationsquellen:

  • August Hirsch: Erxleben, Dorothea. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877
  • Emmy Kraetke-Rumpf: Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben. 2003, ISBN 3-86122-006-7.
Hedy Lamarr: Google Doodle

Hedy Lamarr: Die erste Nackte im Spielfilm

Hedy Lamarr erblickte am 9. November 1914 in Wien das Licht der Welt. Sie galt als schönste Frau der Welt und wurde als erste Nackte im Film berühmt.

Hedy Lamarr: Google Doodle
Hedy Lamarr: Google Doodle

Hedwig Eva Maria Kiesler, so ihr bürgerlicher Name, kam am 9. November 1914 zur Welt, als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Bankiers und einer Pianisten in Wien

Hedy Lamarr ist ein Einzelkind, ein pummeliges Prinzesschen, dass von seinen Eltern vergöttert wird. Die Kleine hat Kindermädchen und Hauslehrer, erhält schon früh Ballett- und Klavierstunden, besucht als Teenager ein Mädchen-Pensionat in der Schweiz. Mit 16 verlässt das hübsche Fräulein Kiesling die Schule, um Schauspielerin zu werden.

Schauspielunterricht in Berlin

Eine Weile besucht sie die Theaterschule Max Reinhardt  in Berlin (die inzwischen zur Universität der Künste Berlin gehört), anschließend spielt sie erste Rollen im Film. Etwa an der Seite Heinz Rühmanns in „Man braucht kein Geld“ (1931).

Der Skandal, der Hedy Lamarr berühmt machte

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Auf die bescheidenen Anfänge folgt bald ein Skandal, der sie weltberühmt machen wird. Hedy Lamarr übernimmt die Hauptrolle in der tschechisch-österreichischen Co-Produktion „Symphonie der Liebe“ (Originaltitel: Ekstase, 1933). „Es war eine nette Geschichte“, sagte Hedy Lamarr in einem Interview und weiter: „Eine Frau war unglücklich. … Und plötzlich sagen sie, ich soll mir alles ausziehen!“

Die naive 18-jährige lässt sich vom Regisseur überreden nackt in einem See zu baden. Anschließend muss sie auch noch durch einen Wald flitzen, auf der Suche nach ihrem Pferd, dass mit den Kleidern davon galoppiert ist.

Im Januar 1933 wird der schwüle Film unter dem Titel Ekstase uraufgeführt und sorgt für heftige Tumulte. Hedy Lamarr gilt nicht nur als erste Nackte im Kino, sie spielt auch noch einen Orgasmus. Damit die ekstatischen Zuckungen auf ihrem Gesicht besonders glaubwürdig wirken, soll sie der Regisseur mit einer Nadel in den Po gestochen haben. Vom Ergebnis sind jedenfalls nicht nur ihre Eltern entsetzt. Der Papst missbilligt den Streifen, die Nazis verbieten ihn und in Amerika wird er gleich vom Zoll beschlagnahmt.

Ehemann hält sie wie eine Gefangene

Hedy Lamarr (1940)
Hedy Lamarr (1940)

Hedy Lamarr: „Ich habe viel gekämpft, weil das für meine Familie nicht gepasst hat, aber sonst war’s harmlos“. Ganz anders sieht das Hedy Lamarrs Gatte, den sie im August 1933 geheiratet hat. Fritz Mandl ist Besitzer der Hirtenberger Patronenfabrik und einer der größten Waffenproduzenten Europas. Er lebt in einer palastartigen Villa mit 20 Bediensteten, isst von Tellern aus massivem Gold, und empfängt Gäste wie Mussolini zum Dinner. Seine hinreißende junge Frau führt er dabei vor wie eine Trophäe. Die Vorstellung, dass jeder sie nackt im Kino sehen kann, behagt ihm gar nicht.

Mandl soll versucht haben, sämtliche Kopien von Ekstase auszukaufen und zu vernichten. Außerdem verbietet er seinem Hasi jede weitere Filmarbeit und hält sie wie eine Gefangene. Als Dienstmädchen verkleidet will Hedy Lamarr eines Nachts aus dem Madl-Palast geflohen sein.

Hedy Lamarr: Über Paris und London nach Hollywood

Über Paris gelangt die inzwischen 22-jährige nach London, wo der MGM-Boss Louis B. Mayer gerade Urlaub macht. Die atemberaubende Wienerin passt perfekt ins Beuteschema des Hollywood-Moguls. Und auf der gemeinsamen Überfahrt nach Amerika, schließen die beiden einen 7-Jahresvertrag ab.

Hedy Lamarr: Schönste Frau der Welt

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Als sich Hedy Lamarr 1937 in New York eintrifft, erklärt man sie gleich zur schönsten Frau des Jahrhunderts. Mayer ändert ihren Namen in Hey Lamarr und beschließt, sie als kühlen Marmortyp einzusetzen. Doch so recht weiß MGM nichts mit ihr anzufangen. Deshalb leiht man sie erst einmal an ein anderes Filmstudio aus.

Eigentlich bietet ihr der Film Algiers den perfekten Einstieg in Hollywood. Als Französin Gaby, die den Gangster Pépé le Moko zum Verhängnis wird, ist Hedy umwerfend. Faszinierend und geheimnisvoll taucht sie in den Gassen der Casbah auf. Ihr dunkles Haar und der Mittelscheitel, der die hohe Stirn betont, setzen Trends in der Traumfabrik. Algiers wird ein riesiger Erfolg, auf den allerdings gleich mehrere Flops folgen.

Ihr Wiener Akzent wird zum Problem

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Ein Problem ist Hedys Wiener Akzent, der sie immer ein wenig fremd wirken lässt. MGM kommt deshalb auf die Idee, sie als Exotin zu vermarkten. In der Rolle der russischen Straßenbahnschaffnerin Theodore in Comrade X gelingt das noch recht gut. Doch Comrade X ist nur ein Aufguss der erfolgreichen Ninotschka mit Greta Garbo und hält den Vergleich nicht stand.

So geht es weiter. Hedy dreht mit Clark Gable, Spencer Tracy und James Stewart, ohne das sein wirklicher Knüller dabei herauskommt. Ihr Auftritt in dem Film Ziegfeld Girl (Mädchen im Rampenlicht , 1941) treibt das Marmor-Image auf die Spitze.

Hedy trägt schwer an einer gewaltigen Sternen-Krone und wirkt, bei aller Schönheit, leblos wie eine Anziehpuppe. Vielleicht hat sie einfach nur Pech. Sind es mal die falschen Rollen, dann wieder die falschen Filme. Vielleicht fehlt ihr aber auch das gewisse Etwas, diese besondere Magie, die die Ikonen des Kinos auszeichnet.

Viele Rollen abgelehnt, die andere berühmt machten

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Sie will viele Rollen abgelehnt haben, mit denen andere berühmt wurden: Casablanca (1942) etwa oder „Das Haus der Lady Alquist“ (1944), die Ingrid Bergman unsterblich machen.

Bei MGM gilt Hedy Lamarr bald schon als schwierig und bequem. Noch schlimmer wird es, als man versucht ihr unterkühltes Images zu ändern. In „White Cargo“ (1942) erscheint sie als dunkelhäutige Schlampe, die die Männer ins Verderben stürzt.

Die Marmor-Göttin mit Kakao-Butter eingeschmiert, wirkt eher komisch als verrucht. Doch die GIs lieben diesen Film und Hedys Kurswert als Pin-Up steigt enorm. Überhaupt engagiert sie sich leidenschaftlich im Kampf gegen die Nazis.

Ihr Kampf gegen die Nazis

Amerikas Kriegsanleihen-Kampagne ist im vollen Gange und es überrascht keinen, dass Hedy Lamarr die beste Verkäuferin ist. Da sie jedem Mann, der Kriegsanleihen zeichnet, einen Kuss verspricht, nimmt Hedy ein Vermögen ein. Sie will sich allerdings nicht nur auf der Leinwand räkeln und Küsse verkaufen.

Erfindung des Frequenzsprungverfahrens

Zusammen mit den befreundeten Avantgarde-Komponisten George Antheil tüftelt sie an einem System zur störungsfreien Funkfernsteuerung von Torpedos. Die Schöne versteht etwas von Waffen, schließlich war sie vier Jahre lang mit Fritz Mandl verheiratet. George Antheil schreibt in seiner Biografie: „Immer wieder hatte sie gehört, wie er mit seinen Fachleuten neue Waffen besprach. Und diese Dinge hatte sie in ihren schönen Lockenkopf behalten, während Fritz Mandl glaubte, sie hätte nicht die mindeste Ahnung. Eine ihrer Ideen war so gut, dass ich vorschlug, sie patentieren zu lassen und der Regierung der Vereinigten Staaten anzubieten. Danach arbeiteten wir viele Wochen lang an dieser Erfindung und diskutierten sie, bis wir beide blau im Gesicht waren.“

Hedys Idee ist, das Steuerungssignal selbsttätig zwischen mehreren Frequenzen hin- und herspringen zu lassen. Um Sender und Empfänger dabei zu synchronisieren verwenden die beiden gelochte Papierrollen, die Antheil von seinen Kompositionen für mechanische Klaviere kennt.

1942 erhalten die Tüftler ein Patent auf ihr „Frequency Hopping“. Die Bedeutung der Erfindung ist umstritten.  Während viele Experten sie für eine Grundlage des Mobilfunks und der modernen Netzwerkkommunikation halten, sehen Kritiker darin nur eine der Legenden, die hartnäckig durch das Internet geistern.

Immerhin wird Hedy Lamarr ein halbes Jahrhundert später mit Eherungen überhäuft.  1997 erhält sie den Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation und zahlreiche weitere Preise.  In den 1940er Jahren wird über ihr Patent so gut wie gar nichts bekannt. Freunde munkeln, weil die Erfindung so brisant gewesen sei und Hedy als Spionin gearbeitet haben könnte. Wahrscheinlicher ist, dass Intelligenz nicht zum Image einer Hollywood-Göttin passt. Um ihr genügend Sex-Appeal zu geben. , hat man sich bemüht, sie als ein bisschen dumm hinzustellen. Aber Hedy ist sehr, sehr klug. Neben den meisten Schauspielerinnen in Hollywood ist Hedy eine intellektuelle Riesin.

Hedy Lamarr: Ein Top-Star in Hollywood

Die Schauspielerin leidet unter dem Image der beschränkten Diva und unter dem Druck des Studios. Sie gründet eine eigene Produktionsfirma, ist damit allerdings nur mäßig erfolgreich. Ihren größten kommerziellen Hit dreht sie 1949 für Cecil B. DeMille, der auch Regie führt. Der Film „Samson and Delilah“ fällt jedoch mehr durch seine Ausstattung und Spezialeffekte auf als durch die Leistung der Schauspieler. Ein Kritiker lästert bei der Uraufführung, er schätze Filme gar nicht, in denen der Hauptdarsteller größere Brüste als die Hauptdarstellerin habe.

Hedy Lamarr fand nie ihr Glück

Dennoch, zu dieser Zeit gehört Hedy Lamarr zu den Top-Stars in Hollywood und gilt als Inbegriff des Glamours. Sie selbst will sich nie viel daraus gemacht haben. Ihre drei Kinder sehen das anders und klagen noch heute über die ständige Abwesenheit der Mutter. Auch Hedys sechs Ehen sind alle, mehr oder weniger, Katastrophen.

Nach der Scheidung von Mandl heiratet sie 1939, auf einem Tagesausflug nach Mexiko, den Autor Gene Markey, den sie bald darauf für den Schauspielerkollegen John Loder verlässt. Ehemann Nummer vier wird der Bandleader und Hotelbesitzer Teddy Stauffer in Acapulco, auf den noch der  texanische Ölmagnat W. Howard Lee und der Scheidungsanwalt Lewis J. Boles folgen. Keiner dieser Männer macht sie glücklich. Die meisten nutzen sie aus.

Autobiografie „Ekstase und ich“

The Strange Woman (1946): George Sanders mit Hedy Lamarr
The Strange Woman (1946): George Sanders mit Hedy Lamarr

In den 1950er Jahren werden ihre Filme immer schlechter. Und schließlich bleiben die Rollen ganz aus. 1966 unternimmt sie den verzweifelten Versuch, sich mit ihrer Autobiografie „Ekstase und ich“ noch einmal ins Gespräch zu bringen. Das Ergebnis ist so peinlich, dass sie die beiden Ghostwriter verklagt. Gleichzeitig gerät sie als Ladendiebin in die Schlagzeilen.

Von den 30 Millionen Dollar, die Hedy Lamarr verdient haben will, ist ihr nichts geblieben. Eine Zeit lang soll sie sogar in Armut gelebt haben. Doch als der Software-Konzern Corel Anfang der 1990er Jahre mit einem Foto von ihr wirbt, verklagt ihn die inzwischen 80-jährige und erhält eine Millionenabfindung.

Fünf Jahre später, am 19. Januar 2000, stirbt Hedy Lamarr, einsam in ihrem Haus in Altamonte Springs (Florida / USA).

Adolphe Sax: Google Doodle

201. Geburtstag von Adolphe Sax: Der Erfinder des Saxophons

Heute vor 201 Jahren: Es ist der 6. November 1814, als Adolphe Sax in Dinant (Wallonie, Belgien) das Licht der Welt erblickt. Bekannt macht ihn seine Erfindung des Saxophons, doch den großes Siegeszug seines Instrument erlebt Adolphe Sax nicht mehr. 

[ This article is also available in English: Adolphe Sax ]

Adolphe Sax: Google Doodle zum 200. Geburtstag
Adolphe Sax: Google Doodle

Adolphe Sax: Arm, aber innovativ

Adolphe Sax
Adolphe Sax

Adolphe Sax ist eines von elf Kindern. Die Familie Sax zieht 1835 nach Brüssel, wo der Vater Charles Joseph Sax, ein Kunsttischler, eine Instrumentenbauwerkstatt eröffnet. Adolphe besucht das Brüsseler Konservatorium und studiert dort Flöte, Klarinette, Gesang und Harmonie. Seine erste selbstständige Arbeit als Instrumentenbauer in der Werkstatt seines Vaters ist die Vervollkommnung von Klarinette und Bassklarinette (Patent 1838).

Ausgewandert – mit 30 Franc und einem Musikinstrument

1842 wandert der belgische Instrumentenbauer Adolphe Sax aus, von Brüssel nach Paris. Der 28-Jährige hat nur 30 Franc in der Tasche und im Gepäck seine neueste Erfindung: ein Musikinstrument, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Er nennt es Saxophon. In Paris, so hofft der junge Belgier, wird seine Erfindung Anklang finden.

Adolphe Sax wurde über Nacht bekannt

Und tatsächlich: Der damalige Papst der Pariser Musikszene, der Komponist Hector Berlioz, ist bereit ihn zu empfangen. Mehr noch, er darf vorspielen. Als Adolphe Sax am nächsten Morgen die Zeitung aufschlägt, ist er schon ein bekannter Mann. Berlioz hat ein wahres Loblied auf sein Saxophon geschrieben.

Der Hauptvorzug des Saxophons ist die abwechslungsreiche Schönheit seiner verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten. Berlioz schwärmt: „Einmal tief rund ruhig, dann träumerisch und melancholisch, zuweilen zart, wie der Hauch eines Echos.“

Das Geheimnis des Klanges

Das Geheimnis hinter dem besonderen Klang: Adolphe Sax hat ein Blasinstrument aus Blech mit dem weichen Klang eines Holzbläsers entwickelt, indem er das Mundstück einer Klarinette einfügte. Da das so genannte Blatt am Mundstück, dass den Ton erzeugt, aus Holz ist, zählt das Saxophon übrigens zur Gruppe der Holzblasinstrument.

Weshalb ist das Saxophon gebogen?

Saxophon: Eine Erfindung von Adolphe Sax
Saxhorn

Seinen vollen Klang bekommt das Saxophon erst durch das lange, gebogene Rohr. Gebogen übrigens nur, weil es sonst fast die Länge eines Alphorns hätte und sehr unhandlich wäre. Variiert wird der Ton, wie bei einer Flöte, durch Tonlöcher.

Belieferung der Militärkapellen

In Paris findet der junge Erfinder Adolphe Sax damals Freunde und Förderer, mit deren Geld er seine erste kleine Wohnwerkstatt errichtet. Schließlich hat er auch Erfolg bei Hof. Von König Louis-Philippe erhält Sax das Monopol zur Belieferung der Militärkapellen, denn das neue Instrument ist stimmstabil, wetterfest  und – wenn es sein muss – laut.

Patent wurde Adolphe Sax zum Verhängnis

Im Juni 1846 bekommt Adolphe Sax ein Patent. Nur er darf fortan Saxophone bauen. Das ruft jede Menge Neider auf den Plan. Die Pariser Instrumentenbauer versuchen, Sax in den Ruin zu treiben. Sie werben seine besten Mitarbeiter ab, streuen das Gerücht, er sei pleite und führen einen Patentprozess nach dem anderen gegen ihn. Schließlich geht seine Firma tatsächlich bankrott. Auch, weil sich das Saxophon in der ernsten Musik nicht durchsetzen kann. Am 7. Februar 1894 stirbt Adolphe Sax 79-jährig in Paris, verarmt und vergessen.

Jazz: Der Durchbruch des Saxophons

Saxophonist
Saxophonist

Erst 30 Jahre nach seinem Tod beginnt die eigentlich Karriere seines Saxophons, weit weg, in den USA. Jazz-Saxophonisten wie Charlie Parker machten das Saxophon zu dem, was es noch heute ist: eines der beliebtesten Solo-Instrumente  und sicher das mit dem coolsten Image.

Das Original Adolphe-Sax-Saxophone

Nick Rail & Jim Scimonetti beschreiben das Original-Instrument, das Saxophon von Adolphe Sax aus dem Jahre 1967. Video in englischer Sprache.

Andere empfehlenswerte Artikel zum Thema 201. Geburtstag von Adolphe Sax:

George Boole: Google Doodle

George Boole: Der Mann ohne den es weder Computer noch Smartphones gäbe

George Boole wurde heute vor 200 Jahren, am 2. November 1815 in Lincoln (England) geboren. George Boole, der Name sagt Dir nichts? Das ändert sich schlagartig, erwähnt man die boolesche Algebra, die nach ihm benannt ist.

George Boole: Google Doodle
George Boole: Google Doodle

Mit 16 Jahren wurde er Hilfslehrer

Im Alter von nur 16 Jahren wurde George Boole Hilfslehrer, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Zuvor war der Schusterladen seines Vaters in die Pleite gerutscht.

Mit 19 Jahren eröffnete George Boole seine eigene Schule. Nebenbei studierte er die Werke große Mathematiker.

Wissenschaftlicher Erfolg

Ein Fachaufsatz, den George Boole 1844 mit 29 Jahren veröffentlichte, brachte ihm ersten wissenschaftlichen Ruhm ein.

Professor ohne Uni-Abschluss

George Boole
George Boole

Fünf Jahre später wurde er schließlich – ohne selbst jemals eine Universität besucht zu haben – zum Mathematikprofessor am Queen’s College im irischen Cork berufen, dem heutigen University College Cork.

Dort veröffentliche George Boole 1854 sein wichtigstes Werk, „An investigation into the Laws of Thought“ (Eine Untersuchung der Gesetze des Denkens). „Schon Gottfried Wilhelm Leibniz hoffte, dass man da smenschliche Argumentieren in algorithmisches Rechnen überführen und somit über den Zweifel der Subjektivität erhaben machen könnte“, berichtet Löwe, der an der Universität Hamburg forscht. „Und George Booles algebraische Sichtweise der Logik ermöglicht die Verwirklichung des Leibnizschen Traums in der Form des heutigen Computers.“

Erst durch de Idee Alan Turings Anfang des 20. Jahrhunderts und die Entwicklungen im Zweiten Weltkrieg habe die Boolesche Algebra allerdings ihren Siegeszug als Kernbestandteil moderner Computerarchitektur antreten können.

George Boole selbst hatte zwar vermutlich keine Computer vorausgesehen, die Tragweite seiner Arbeit aber durchaus erkannt, die er in einem Brief an Lord Kelvin einmal als „meinen wertvollsten, wenn nicht meinen einzigen wertvollen Beitrag zur Wissenschaft“ bezeichnet hat. Außer mit Logik beschäftigte sich George Boole mit Differentialgleichungen, Zahlentheorie und numerischen Methoden.

Karriereende Lungenentzündung

George Booles Karriere kam zu einem jähen Ende, als er sich auf dem drei Kilometer langen Fußweg von seinem Heim zur Universität im strömenden Regen eine Lungenentzündung zuzog.

Angeblich soll George Booles Frau in dem Versuch, Gleiches mit Gleichem zu heilen, George im Krankenbett wiederholt mit Wassereimern übergossen haben. George Boole erholte sich nicht mehr und starb am 8. Dezember 1864 mit 49 Jahren in Ballintemple bei Cork.

Das Genie George Boole