Australopithecus Afarensis

Australopithecus Afarensis

Lucy, der besterhaltene Australopithecus afarensis, wird heute mit einem Google Doodle geehrt. Heute vor 41 Jahren, am 24. November 1974, wurde das berühmte Fossil entdeckt. Doch weshalb heißt der Australopithecus Lucy?

Australopithecus Afarensis
Australopithecus Afarensis: Google Doodle

Wie alt ist der Australopithecus afarensis?

Lucy ist das vermutlich 3,2 Millionen Jahre alte Fossil eines Menschenaffen der Art Australopithecus afarensis. Am 24. November 1974 wurde das Teilskelett im äthiopischen Afar-Dreieck vom amerikanischen Paläoanthropologen Donald Johanson entdeckt. Es gilt als eines der besterhaltenden Fossilien der frühen Homini-Arten. Homini bezeichnet die Ahnen des Menschen, die nicht mehr gemeinsame Vorfahren von Mensch und Schimpanse waren. Der jetzt lebende Mensch ist die letzte, nicht ausgestorbene Art im Stammbaum der Homini.

Die erhaltenen Knochen von Lucy (Mitte) und – zum Vergleich – von Australopithecus sediba MH1 (links) und MH2 (rechts) (Originalabbildung von Lee Berger).
Die erhaltenen Knochen von Lucy (Mitte) und – zum Vergleich – von Australopithecus sediba MH1 (links) und MH2 (rechts) (Originalabbildung von Lee Berger).  Urheber: Profberger. Lizenz: CC BY SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Der Australopithecus afarensis und die Musik

Den Namen Lucy verdankt das Fossil der damaligen Popularität der Beatles. Am Fundtag sollen die beteiligten Forscher mehrfach den Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ gehört haben. Mit der Namensgebung war an jedoch zu voreilig, denn es ist nicht vollends bewiesen, dass Lucy ein Weibchen war. Die wissenschaftliche Bezeichnung von Lucys Art hat ihren Namen von dem lateinischen Wort australis („südlich“) und dem griechischen píthēkos („Affe“). Das Beiwort afarensis beschreibt den Fundort in der äthiopischen Afar-Region. Zusammengesetzt ergibt der Australopithecus afarensis also einen „südlichen Affe aus Afar“.

Australopithecus afarensis wurde nur 25 Jahre alt

Lucy war etwa 105 Zentimeter groß, also verhältnismäßig klein im Vergleich zu anderen Fossilien ihrer Art. Im Alter von rund 25 Jahren soll Lucy gestorben sein. Fußspuren ermöglichten die Auswertung ihrer Laufgeschwindigkeit. Nach einer  Videosimulation soll sie zwischen 2,1 und 4,6 Kilometer pro Stunde zurückgelegt haben. Auf den aufrechten Gang des Australopithecus afarensis lässt die Forscher die Beschaffenheit ihrer Oberschenkelknochen schließen.

Video über den  besterhaltene Australopithecus afarensis

Nachbildung des Skeletts von Lucy im Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt
Nachbildung des Skeletts von Lucy im Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt
Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle

Dorothea Christiane Erxleben: Erste deutsche Ärztin

Es ist der 13. November 1715: In Quedlinburg erblickt Dorothea Christiane Erxleben (geborene Leporin) das Licht der Welt. Sie gilt als die erste promovierte deutsche Ärztin und Pionierin des Frauenstudiums.

Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle
Dorothea Christiane Erxleben: Google Doodle

Dorothea Christiane Erxleben  ist eine Frau mit klaren Zielen. Schon als kleines Mädchen weiß sie genau, was sie einmal werden will: Ärztin, wie ihr Vater. Klug ist sie und wie man mit Patienten umgeht weiß sie auch. Oft genug hat sie ihren Vater zu Krankenbesuchen begleitet und ist ihm in der Praxis zur Hand gegangen. Alle nötigen medizinischen Kenntnisse hat sie von ihm gelernt. Latein kann sie auch. Jetzt fehlt nur noch der akademische Grad, den sie braucht, um eine eigene Praxis zu eröffnen.

Frauen durften nicht studieren

Dorothea Christiane Erxleben will sich, zusammen mit ihren Brüdern, an der Uni einschreiben. Doch das ist ein Problem. Im Jahr 1740 bleibt ihr der Zugang zur Universität verwehrt, weil sie eine Frau ist. Da nützt ihr die gesamte fundierte Vorbildung nichts.

Dass Frauen von der höheren Bildung ausgeschlossen wurden, war nicht immer so. Von der Antiken bis zum frühen Mittelalter durften Frauen an Akademien studieren und lehren. Ägypten, Griechenland und das römische Reich konnten weibliche Gelehrte aller möglichen Fakultäten nachweisen. Ärztinnen, Architektinnen, Philosophinnen.

Erst als die Kirche im Mittelalter die Trägerschaft der Bildungseinrichtungen übernahm, wurde es für Mädchen immer schwerer eine eigene Ausbildung zu bekommen. Oft war die Aufnahme an hohe Auflagen gebunden, etwa, dass die Eltern die Mitgift der Studienbewerberin einem Kloster übereignen mussten.

Akademien für sozial schwache und Frauen geplant

Erst im Zeitalter der Aufklärung wurde diskutiert, dass auch Mädchen Zugang zur allgemeinen Schulbildung haben sollten. Dorothea Christiane Erxleben hat Glück. Ihr Vater ist ein Mann mit Weitblick und Tatkraft. Er setzt sich schon 1724 dafür ein, dass in jeder Stadt Akademien aufgebaut werden sollen, wo auch Kinder mittelloser Eltern kostenlosen Unterricht erhalten können. Und nicht nur Jungen.

Da die Realisierung derselben, wie sich leicht denken lässt, in den Sternen stand, so ging Christian Polycarp Leporin sen. Daran, sein Töchterlein selbst auszubilden. Und zwar in dem Fach, in dem er sich am besten auskannte: der Heilkunde. Er nahm die Kleine nicht nur mit auf seine Krankenbesuche, sondern lies sie später sogar von ihr in seiner ärztlichen Praxis vertreten.

Die junge Frau wurde von den Patienten geschätzt, aber von den männlichen Kollegen ihrer Heimatstadt Quedlinburg als Dilettantin und Pfuscherin verschrien.

Doch die Universitäten bleiben weiterhin Wagenburgen der Männer. Dorothea Christiane Erxleben  ist erbost. Ein jeder will gern ein verständiges Weib haben, aber die Mittel des Verstandes will man ihnen nicht zulassen. Sie verfasst eine Schrift mit dem Titel „Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten“.

Die Kaplanei 10 in Quedlinburg, Arbeits- und Wohnort von Dorothea Christiane Erxleben.
Die Kaplanei 10 in Quedlinburg, Arbeits- und Wohnort von Dorothea Christiane Erxleben.
Foto: Olaf Meister Lizenz: CC BY SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Kinder, Küche, Universität

1740, mit 24 Jahren, reicht sie bei König Friedrich dem Zweiten ein Gesuch ein, zusammen mit ihren Brüdern studieren zu dürfen. Und tatsächlich, der König stimmt zu, aber ausgerechnet mit der Freistellung der Brüder vom Militärdienst gibt es Probleme. Und alleine getraut sich die junge Frau nicht an die Uni.

Dorothea Christiane Erxleben, sie hat inzwischen geheiratet, hat alle Hände voll zu tun, die fünf Kinder zu versorgen, die ihr Mann mit in die Ehe gebracht hat. Vier eigene kommen noch dazu. Nebenbei kümmert sie sich um mittellose Kranke, was ihr die Beschwerde ansässiger Ärzte einbringt, sie sei eine Dilettantin und dürfe ohne Doktortitel nicht praktizieren.

Nachdem sie sogar ein offizielles Schreiben erhält, dass sie die Behandlung von Kranken zu unterlassen habe, rafft sie sich auf. Neben ihren Pflichten als Mutter und Ehefrau setzt sie sich an den Schreibtisch. Sie ist 38 Jahre alt, als sie ihre Doktorarbeit einreicht. „Akademische Abhandlungen von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsicheren Heilung der Krankheiten“ lautet der Titel.

Dorothea Christiane Erxleben promovierte

Am 6. Mai 1754 legt sie in Halle das Promotionsexamen ab. Mit großem Erfolg. Dorothea Christiane Erxleben ist Frau Doktor, endlich. Endlich darf sie das tun, was sie von Kindheit an als Berufung empfunden hat. Damit ist sie auch die Erste promovierte Frau in deutschen Staaten.

Erst 150 Jahre später erhalten Frauen in Deutschland offiziell die Erlaubnis zu studieren. In Preußen zuletzt, im Jahre 1908.

Dorothea Christiane Erxleben verstarb am 13. Juni 1762.

Übrigens… Ingo hat aus dem Google Doodle wieder ein kurzes Video erstellt.

Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben

Die Autorin Emmy Kraetke Rumpf hat ein 176 Seiten umfassendes Taschenbuch über das Leben der Dorothea Christiane Erxleben verfasst. Sie können das Buch „Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben“ [Werbung] online bestellen.

Informationsquellen:

  • August Hirsch: Erxleben, Dorothea. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877
  • Emmy Kraetke-Rumpf: Die Ärztin aus Quedlinburg. Das Leben der Dorothea Christiane von Erxleben. 2003, ISBN 3-86122-006-7.
Hedy Lamarr: Google Doodle

Hedy Lamarr: Die erste Nackte im Spielfilm

Hedy Lamarr erblickte am 9. November 1914 in Wien das Licht der Welt. Sie galt als schönste Frau der Welt und wurde als erste Nackte im Film berühmt.

Hedy Lamarr: Google Doodle
Hedy Lamarr: Google Doodle

Hedwig Eva Maria Kiesler, so ihr bürgerlicher Name, kam am 9. November 1914 zur Welt, als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Bankiers und einer Pianisten in Wien

Hedy Lamarr ist ein Einzelkind, ein pummeliges Prinzesschen, dass von seinen Eltern vergöttert wird. Die Kleine hat Kindermädchen und Hauslehrer, erhält schon früh Ballett- und Klavierstunden, besucht als Teenager ein Mädchen-Pensionat in der Schweiz. Mit 16 verlässt das hübsche Fräulein Kiesling die Schule, um Schauspielerin zu werden.

Schauspielunterricht in Berlin

Eine Weile besucht sie die Theaterschule Max Reinhardt  in Berlin (die inzwischen zur Universität der Künste Berlin gehört), anschließend spielt sie erste Rollen im Film. Etwa an der Seite Heinz Rühmanns in „Man braucht kein Geld“ (1931).

Der Skandal, der Hedy Lamarr berühmt machte

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Auf die bescheidenen Anfänge folgt bald ein Skandal, der sie weltberühmt machen wird. Hedy Lamarr übernimmt die Hauptrolle in der tschechisch-österreichischen Co-Produktion „Symphonie der Liebe“ (Originaltitel: Ekstase, 1933). „Es war eine nette Geschichte“, sagte Hedy Lamarr in einem Interview und weiter: „Eine Frau war unglücklich. … Und plötzlich sagen sie, ich soll mir alles ausziehen!“

Die naive 18-jährige lässt sich vom Regisseur überreden nackt in einem See zu baden. Anschließend muss sie auch noch durch einen Wald flitzen, auf der Suche nach ihrem Pferd, dass mit den Kleidern davon galoppiert ist.

Im Januar 1933 wird der schwüle Film unter dem Titel Ekstase uraufgeführt und sorgt für heftige Tumulte. Hedy Lamarr gilt nicht nur als erste Nackte im Kino, sie spielt auch noch einen Orgasmus. Damit die ekstatischen Zuckungen auf ihrem Gesicht besonders glaubwürdig wirken, soll sie der Regisseur mit einer Nadel in den Po gestochen haben. Vom Ergebnis sind jedenfalls nicht nur ihre Eltern entsetzt. Der Papst missbilligt den Streifen, die Nazis verbieten ihn und in Amerika wird er gleich vom Zoll beschlagnahmt.

Ehemann hält sie wie eine Gefangene

Hedy Lamarr (1940)
Hedy Lamarr (1940)

Hedy Lamarr: „Ich habe viel gekämpft, weil das für meine Familie nicht gepasst hat, aber sonst war’s harmlos“. Ganz anders sieht das Hedy Lamarrs Gatte, den sie im August 1933 geheiratet hat. Fritz Mandl ist Besitzer der Hirtenberger Patronenfabrik und einer der größten Waffenproduzenten Europas. Er lebt in einer palastartigen Villa mit 20 Bediensteten, isst von Tellern aus massivem Gold, und empfängt Gäste wie Mussolini zum Dinner. Seine hinreißende junge Frau führt er dabei vor wie eine Trophäe. Die Vorstellung, dass jeder sie nackt im Kino sehen kann, behagt ihm gar nicht.

Mandl soll versucht haben, sämtliche Kopien von Ekstase auszukaufen und zu vernichten. Außerdem verbietet er seinem Hasi jede weitere Filmarbeit und hält sie wie eine Gefangene. Als Dienstmädchen verkleidet will Hedy Lamarr eines Nachts aus dem Madl-Palast geflohen sein.

Hedy Lamarr: Über Paris und London nach Hollywood

Über Paris gelangt die inzwischen 22-jährige nach London, wo der MGM-Boss Louis B. Mayer gerade Urlaub macht. Die atemberaubende Wienerin passt perfekt ins Beuteschema des Hollywood-Moguls. Und auf der gemeinsamen Überfahrt nach Amerika, schließen die beiden einen 7-Jahresvertrag ab.

Hedy Lamarr: Schönste Frau der Welt

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Als sich Hedy Lamarr 1937 in New York eintrifft, erklärt man sie gleich zur schönsten Frau des Jahrhunderts. Mayer ändert ihren Namen in Hey Lamarr und beschließt, sie als kühlen Marmortyp einzusetzen. Doch so recht weiß MGM nichts mit ihr anzufangen. Deshalb leiht man sie erst einmal an ein anderes Filmstudio aus.

Eigentlich bietet ihr der Film Algiers den perfekten Einstieg in Hollywood. Als Französin Gaby, die den Gangster Pépé le Moko zum Verhängnis wird, ist Hedy umwerfend. Faszinierend und geheimnisvoll taucht sie in den Gassen der Casbah auf. Ihr dunkles Haar und der Mittelscheitel, der die hohe Stirn betont, setzen Trends in der Traumfabrik. Algiers wird ein riesiger Erfolg, auf den allerdings gleich mehrere Flops folgen.

Ihr Wiener Akzent wird zum Problem

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Ein Problem ist Hedys Wiener Akzent, der sie immer ein wenig fremd wirken lässt. MGM kommt deshalb auf die Idee, sie als Exotin zu vermarkten. In der Rolle der russischen Straßenbahnschaffnerin Theodore in Comrade X gelingt das noch recht gut. Doch Comrade X ist nur ein Aufguss der erfolgreichen Ninotschka mit Greta Garbo und hält den Vergleich nicht stand.

So geht es weiter. Hedy dreht mit Clark Gable, Spencer Tracy und James Stewart, ohne das sein wirklicher Knüller dabei herauskommt. Ihr Auftritt in dem Film Ziegfeld Girl (Mädchen im Rampenlicht , 1941) treibt das Marmor-Image auf die Spitze.

Hedy trägt schwer an einer gewaltigen Sternen-Krone und wirkt, bei aller Schönheit, leblos wie eine Anziehpuppe. Vielleicht hat sie einfach nur Pech. Sind es mal die falschen Rollen, dann wieder die falschen Filme. Vielleicht fehlt ihr aber auch das gewisse Etwas, diese besondere Magie, die die Ikonen des Kinos auszeichnet.

Viele Rollen abgelehnt, die andere berühmt machten

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Sie will viele Rollen abgelehnt haben, mit denen andere berühmt wurden: Casablanca (1942) etwa oder „Das Haus der Lady Alquist“ (1944), die Ingrid Bergman unsterblich machen.

Bei MGM gilt Hedy Lamarr bald schon als schwierig und bequem. Noch schlimmer wird es, als man versucht ihr unterkühltes Images zu ändern. In „White Cargo“ (1942) erscheint sie als dunkelhäutige Schlampe, die die Männer ins Verderben stürzt.

Die Marmor-Göttin mit Kakao-Butter eingeschmiert, wirkt eher komisch als verrucht. Doch die GIs lieben diesen Film und Hedys Kurswert als Pin-Up steigt enorm. Überhaupt engagiert sie sich leidenschaftlich im Kampf gegen die Nazis.

Ihr Kampf gegen die Nazis

Amerikas Kriegsanleihen-Kampagne ist im vollen Gange und es überrascht keinen, dass Hedy Lamarr die beste Verkäuferin ist. Da sie jedem Mann, der Kriegsanleihen zeichnet, einen Kuss verspricht, nimmt Hedy ein Vermögen ein. Sie will sich allerdings nicht nur auf der Leinwand räkeln und Küsse verkaufen.

Erfindung des Frequenzsprungverfahrens

Zusammen mit den befreundeten Avantgarde-Komponisten George Antheil tüftelt sie an einem System zur störungsfreien Funkfernsteuerung von Torpedos. Die Schöne versteht etwas von Waffen, schließlich war sie vier Jahre lang mit Fritz Mandl verheiratet. George Antheil schreibt in seiner Biografie: „Immer wieder hatte sie gehört, wie er mit seinen Fachleuten neue Waffen besprach. Und diese Dinge hatte sie in ihren schönen Lockenkopf behalten, während Fritz Mandl glaubte, sie hätte nicht die mindeste Ahnung. Eine ihrer Ideen war so gut, dass ich vorschlug, sie patentieren zu lassen und der Regierung der Vereinigten Staaten anzubieten. Danach arbeiteten wir viele Wochen lang an dieser Erfindung und diskutierten sie, bis wir beide blau im Gesicht waren.“

Hedys Idee ist, das Steuerungssignal selbsttätig zwischen mehreren Frequenzen hin- und herspringen zu lassen. Um Sender und Empfänger dabei zu synchronisieren verwenden die beiden gelochte Papierrollen, die Antheil von seinen Kompositionen für mechanische Klaviere kennt.

1942 erhalten die Tüftler ein Patent auf ihr „Frequency Hopping“. Die Bedeutung der Erfindung ist umstritten.  Während viele Experten sie für eine Grundlage des Mobilfunks und der modernen Netzwerkkommunikation halten, sehen Kritiker darin nur eine der Legenden, die hartnäckig durch das Internet geistern.

Immerhin wird Hedy Lamarr ein halbes Jahrhundert später mit Eherungen überhäuft.  1997 erhält sie den Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation und zahlreiche weitere Preise.  In den 1940er Jahren wird über ihr Patent so gut wie gar nichts bekannt. Freunde munkeln, weil die Erfindung so brisant gewesen sei und Hedy als Spionin gearbeitet haben könnte. Wahrscheinlicher ist, dass Intelligenz nicht zum Image einer Hollywood-Göttin passt. Um ihr genügend Sex-Appeal zu geben. , hat man sich bemüht, sie als ein bisschen dumm hinzustellen. Aber Hedy ist sehr, sehr klug. Neben den meisten Schauspielerinnen in Hollywood ist Hedy eine intellektuelle Riesin.

Hedy Lamarr: Ein Top-Star in Hollywood

Die Schauspielerin leidet unter dem Image der beschränkten Diva und unter dem Druck des Studios. Sie gründet eine eigene Produktionsfirma, ist damit allerdings nur mäßig erfolgreich. Ihren größten kommerziellen Hit dreht sie 1949 für Cecil B. DeMille, der auch Regie führt. Der Film „Samson and Delilah“ fällt jedoch mehr durch seine Ausstattung und Spezialeffekte auf als durch die Leistung der Schauspieler. Ein Kritiker lästert bei der Uraufführung, er schätze Filme gar nicht, in denen der Hauptdarsteller größere Brüste als die Hauptdarstellerin habe.

Hedy Lamarr fand nie ihr Glück

Dennoch, zu dieser Zeit gehört Hedy Lamarr zu den Top-Stars in Hollywood und gilt als Inbegriff des Glamours. Sie selbst will sich nie viel daraus gemacht haben. Ihre drei Kinder sehen das anders und klagen noch heute über die ständige Abwesenheit der Mutter. Auch Hedys sechs Ehen sind alle, mehr oder weniger, Katastrophen.

Nach der Scheidung von Mandl heiratet sie 1939, auf einem Tagesausflug nach Mexiko, den Autor Gene Markey, den sie bald darauf für den Schauspielerkollegen John Loder verlässt. Ehemann Nummer vier wird der Bandleader und Hotelbesitzer Teddy Stauffer in Acapulco, auf den noch der  texanische Ölmagnat W. Howard Lee und der Scheidungsanwalt Lewis J. Boles folgen. Keiner dieser Männer macht sie glücklich. Die meisten nutzen sie aus.

Autobiografie „Ekstase und ich“

The Strange Woman (1946): George Sanders mit Hedy Lamarr
The Strange Woman (1946): George Sanders mit Hedy Lamarr

In den 1950er Jahren werden ihre Filme immer schlechter. Und schließlich bleiben die Rollen ganz aus. 1966 unternimmt sie den verzweifelten Versuch, sich mit ihrer Autobiografie „Ekstase und ich“ noch einmal ins Gespräch zu bringen. Das Ergebnis ist so peinlich, dass sie die beiden Ghostwriter verklagt. Gleichzeitig gerät sie als Ladendiebin in die Schlagzeilen.

Von den 30 Millionen Dollar, die Hedy Lamarr verdient haben will, ist ihr nichts geblieben. Eine Zeit lang soll sie sogar in Armut gelebt haben. Doch als der Software-Konzern Corel Anfang der 1990er Jahre mit einem Foto von ihr wirbt, verklagt ihn die inzwischen 80-jährige und erhält eine Millionenabfindung.

Fünf Jahre später, am 19. Januar 2000, stirbt Hedy Lamarr, einsam in ihrem Haus in Altamonte Springs (Florida / USA).

Adolphe Sax: Google Doodle

201. Geburtstag von Adolphe Sax: Der Erfinder des Saxophons

Heute vor 201 Jahren: Es ist der 6. November 1814, als Adolphe Sax in Dinant (Wallonie, Belgien) das Licht der Welt erblickt. Bekannt macht ihn seine Erfindung des Saxophons, doch den großes Siegeszug seines Instrument erlebt Adolphe Sax nicht mehr. 

[ This article is also available in English: Adolphe Sax ]

Adolphe Sax: Google Doodle zum 200. Geburtstag
Adolphe Sax: Google Doodle

Adolphe Sax: Arm, aber innovativ

Adolphe Sax
Adolphe Sax

Adolphe Sax ist eines von elf Kindern. Die Familie Sax zieht 1835 nach Brüssel, wo der Vater Charles Joseph Sax, ein Kunsttischler, eine Instrumentenbauwerkstatt eröffnet. Adolphe besucht das Brüsseler Konservatorium und studiert dort Flöte, Klarinette, Gesang und Harmonie. Seine erste selbstständige Arbeit als Instrumentenbauer in der Werkstatt seines Vaters ist die Vervollkommnung von Klarinette und Bassklarinette (Patent 1838).

Ausgewandert – mit 30 Franc und einem Musikinstrument

1842 wandert der belgische Instrumentenbauer Adolphe Sax aus, von Brüssel nach Paris. Der 28-Jährige hat nur 30 Franc in der Tasche und im Gepäck seine neueste Erfindung: ein Musikinstrument, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Er nennt es Saxophon. In Paris, so hofft der junge Belgier, wird seine Erfindung Anklang finden.

Adolphe Sax wurde über Nacht bekannt

Und tatsächlich: Der damalige Papst der Pariser Musikszene, der Komponist Hector Berlioz, ist bereit ihn zu empfangen. Mehr noch, er darf vorspielen. Als Adolphe Sax am nächsten Morgen die Zeitung aufschlägt, ist er schon ein bekannter Mann. Berlioz hat ein wahres Loblied auf sein Saxophon geschrieben.

Der Hauptvorzug des Saxophons ist die abwechslungsreiche Schönheit seiner verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten. Berlioz schwärmt: „Einmal tief rund ruhig, dann träumerisch und melancholisch, zuweilen zart, wie der Hauch eines Echos.“

Das Geheimnis des Klanges

Das Geheimnis hinter dem besonderen Klang: Adolphe Sax hat ein Blasinstrument aus Blech mit dem weichen Klang eines Holzbläsers entwickelt, indem er das Mundstück einer Klarinette einfügte. Da das so genannte Blatt am Mundstück, dass den Ton erzeugt, aus Holz ist, zählt das Saxophon übrigens zur Gruppe der Holzblasinstrument.

Weshalb ist das Saxophon gebogen?

Saxophon: Eine Erfindung von Adolphe Sax
Saxhorn

Seinen vollen Klang bekommt das Saxophon erst durch das lange, gebogene Rohr. Gebogen übrigens nur, weil es sonst fast die Länge eines Alphorns hätte und sehr unhandlich wäre. Variiert wird der Ton, wie bei einer Flöte, durch Tonlöcher.

Belieferung der Militärkapellen

In Paris findet der junge Erfinder Adolphe Sax damals Freunde und Förderer, mit deren Geld er seine erste kleine Wohnwerkstatt errichtet. Schließlich hat er auch Erfolg bei Hof. Von König Louis-Philippe erhält Sax das Monopol zur Belieferung der Militärkapellen, denn das neue Instrument ist stimmstabil, wetterfest  und – wenn es sein muss – laut.

Patent wurde Adolphe Sax zum Verhängnis

Im Juni 1846 bekommt Adolphe Sax ein Patent. Nur er darf fortan Saxophone bauen. Das ruft jede Menge Neider auf den Plan. Die Pariser Instrumentenbauer versuchen, Sax in den Ruin zu treiben. Sie werben seine besten Mitarbeiter ab, streuen das Gerücht, er sei pleite und führen einen Patentprozess nach dem anderen gegen ihn. Schließlich geht seine Firma tatsächlich bankrott. Auch, weil sich das Saxophon in der ernsten Musik nicht durchsetzen kann. Am 7. Februar 1894 stirbt Adolphe Sax 79-jährig in Paris, verarmt und vergessen.

Jazz: Der Durchbruch des Saxophons

Saxophonist
Saxophonist

Erst 30 Jahre nach seinem Tod beginnt die eigentlich Karriere seines Saxophons, weit weg, in den USA. Jazz-Saxophonisten wie Charlie Parker machten das Saxophon zu dem, was es noch heute ist: eines der beliebtesten Solo-Instrumente  und sicher das mit dem coolsten Image.

Das Original Adolphe-Sax-Saxophone

Nick Rail & Jim Scimonetti beschreiben das Original-Instrument, das Saxophon von Adolphe Sax aus dem Jahre 1967. Video in englischer Sprache.

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George Boole: Google Doodle

George Boole: Der Mann ohne den es weder Computer noch Smartphones gäbe

George Boole wurde heute vor 200 Jahren, am 2. November 1815 in Lincoln (England) geboren. George Boole, der Name sagt Dir nichts? Das ändert sich schlagartig, erwähnt man die boolesche Algebra, die nach ihm benannt ist.

George Boole: Google Doodle
George Boole: Google Doodle

Mit 16 Jahren wurde er Hilfslehrer

Im Alter von nur 16 Jahren wurde George Boole Hilfslehrer, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Zuvor war der Schusterladen seines Vaters in die Pleite gerutscht.

Mit 19 Jahren eröffnete George Boole seine eigene Schule. Nebenbei studierte er die Werke große Mathematiker.

Wissenschaftlicher Erfolg

Ein Fachaufsatz, den George Boole 1844 mit 29 Jahren veröffentlichte, brachte ihm ersten wissenschaftlichen Ruhm ein.

Professor ohne Uni-Abschluss

George Boole
George Boole

Fünf Jahre später wurde er schließlich – ohne selbst jemals eine Universität besucht zu haben – zum Mathematikprofessor am Queen’s College im irischen Cork berufen, dem heutigen University College Cork.

Dort veröffentliche George Boole 1854 sein wichtigstes Werk, „An investigation into the Laws of Thought“ (Eine Untersuchung der Gesetze des Denkens). „Schon Gottfried Wilhelm Leibniz hoffte, dass man da smenschliche Argumentieren in algorithmisches Rechnen überführen und somit über den Zweifel der Subjektivität erhaben machen könnte“, berichtet Löwe, der an der Universität Hamburg forscht. „Und George Booles algebraische Sichtweise der Logik ermöglicht die Verwirklichung des Leibnizschen Traums in der Form des heutigen Computers.“

Erst durch de Idee Alan Turings Anfang des 20. Jahrhunderts und die Entwicklungen im Zweiten Weltkrieg habe die Boolesche Algebra allerdings ihren Siegeszug als Kernbestandteil moderner Computerarchitektur antreten können.

George Boole selbst hatte zwar vermutlich keine Computer vorausgesehen, die Tragweite seiner Arbeit aber durchaus erkannt, die er in einem Brief an Lord Kelvin einmal als „meinen wertvollsten, wenn nicht meinen einzigen wertvollen Beitrag zur Wissenschaft“ bezeichnet hat. Außer mit Logik beschäftigte sich George Boole mit Differentialgleichungen, Zahlentheorie und numerischen Methoden.

Karriereende Lungenentzündung

George Booles Karriere kam zu einem jähen Ende, als er sich auf dem drei Kilometer langen Fußweg von seinem Heim zur Universität im strömenden Regen eine Lungenentzündung zuzog.

Angeblich soll George Booles Frau in dem Versuch, Gleiches mit Gleichem zu heilen, George im Krankenbett wiederholt mit Wassereimern übergossen haben. George Boole erholte sich nicht mehr und starb am 8. Dezember 1864 mit 49 Jahren in Ballintemple bei Cork.

Das Genie George Boole

Yps 1975: Google Doodle

YPS: 1975 ein Kinderheft, heute ein Männermagazin

Das erste YPS Heft ist heute vor 40 Jahren, am 13. Oktober 1975, erschienen. Der Verlag Gruner + Jahr, der das Heft auf den Markt brachte, hatte vorher fünf Testhefte produziert, die nur in Hessen erschienen sind und ohne das Känguruh YPS auskamen, das dem Heft seinen Namen gibt.

YPS 1975: Google Doodles
YPS 1975: Die sechs Google Doodles als Animation

Gullivers Reisen

Die Abenteuer aus den ersten YPS Testausgaben werden frei nach Jonathan Swift, dem Autor von Gullivers Reisen, erzählt. Daher lehnt sich die Story natürlich stark an den Roman an.

Urzeitkrebse häufigstes Gimmick

Das erste YPS Heft vom 13. Oktober 1975 hatte ein Kunststoff-Katapult als Gimmick beigelegt. Wenn trotzdem die Urzeitkrebse den Lesern am meisten in Erinnerung geblieben sind, hat auch das seinen Grund: Die Eier der Krebse waren 20 mal im Heft und sind damit das häufigste Gimmick der Publikationsgeschichte. Auf Rang 2 liegt das YPS Abenteuerzelt mit 15 Einsätzen.

Springbohnen

Die mexikanischen Springbohnen kamen in Hamburg an, und in dem Moment, wo sie Licht und Wärme ausgesetzt waren, raschelte alles. Die Zöllner haben sich erschrocken und hielten sie nicht für Spielzeug, sondern für lebende Tiere. „Wir mussten extra Expertisen von Insektenexperten heranziehen, um den Zoll zu überzeugen. Die hatten Angst, dass wir Motten oder Ähnliches ins Land bringen“, erzählt Tüftler und Cheflogistiker Reinhard Haas.

Robin Ausdemwald

Robin Ausdemwald zählt zu den beliebtesten und am häufigsten in YPS veröffentlichten Comics. Robin Ausdemwald (Robin Dubois) ist eine 1968 von dem Texter Turk und dem Zeichner Bob de Groot für die Comiczeitschrift Tintin entwickelte Comicserie. Es handelt sich um eine Parodie auf Robin Hood, den englischen Volkshelden. Die Geschichten wurden später in 19 Bänden zusammengefasst und herausgegeben. Seit 1975 erschienen die Geschichten unregelmäßig im YPS Magazin. 1988 hat der Carlsen Verlag die Geschichten in neun Bänden herausgegeben.

Verlagsgeschichte

YPS 1975: Heft 1
YPS 1975: Heft 1
YPS 1975: Ausgabe 19
YPS 1975: Ausgabe 19

1999 hat der Egmont Ehapa Verlag, der auch den Konkurrenten Micky Maus betreut, die Rechte am Heft gekauft – und es schon im folgenden Jahr eingestellt. Nur drei Tage vor dem 25. Geburtstag.

2005 gab es einen neuen Versuch mit vier Testheften, denen vorerst keine Serienproduktion folgte.

2012 wurde YPS mit verändertem Konzept neu aufgelegt; seit März 2015 erscheint das Heft zweimonatlich, inzwischen nur noch vierteljährlich. Im Oktober 2012 erschien zunächst eine Testausgabe, die sich nun an 45- bis 55-Jährige richtete, die mit der Zeitschrift groß geworden sind. Seit März 2013 erscheint die Zeitschrift vierteljährlich.

YPS – heute ein Männermagazin

Die Urzeitkrebse sind der Klassiker in der Gimmick-Geschichte. Sie kamen auch in das Heft, mit dem das Magazin vor drei Jahren wiederbelebt wurde. Was 1975 für Kinder gedacht war, ist heute für Männer konzipiert, die zur Hochphase des Titels Kinder waren: die heute 45- bis 55-Jährigen. So komisch es klingt: YPS ist ein Männermagazin.

Die Rückkehr von YPS

Ende 2012 kehrte das Kultmagazin YPS zurück und hatte sich gewandelt – von der Kinder- und Jugendzeitschrift zum Magazin für Erwachsene. Die Trilogie „Die Rückkehr von YPS“ beleuchtet den Werdegang von YPS – von 1975 bis heute. In Teil 1 geht es um das „alte“ YPS.

Prager Rathausuhr: Google Doodle

Prager Rathausuhr: 605 Jahre Aposteluhr

Die Prager Rathausuhr ist eine weltweit bekannte astronomische Uhr aus dem Jahr 1410. Sie befindet sich an der Südmauer des Altstädter Rathauses in Prag. Die Aposteluhr ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten der tschechischen Hauptstadt und ein wertvolles Kulturdenkmal. Außer der Uhrzeit zeigt sie auch die Phase des Mondes und der Sterne an.

Prager Rathausuhr: Google Doodle
Prager Rathausuhr: Das Google Doodle

Die Prager Rathausuhr ist auch als Aposteluhr oder Altstädter Astronomische Uhr bekannt. Sie wurde nicht in einem Stück gebaut, sondern wuchs im Laufe der Jahrhunderte. Zusammen mit dem Altstädter Rathaus bildet sie einen unentbehrlichen Bestandteil des alten Prags.

Jan Ondřejův, genannt Šindel, führte die für den Bau 1410 notwendigen Berechnungen aus und entwarf das Aussehen der astronomischen Uhr. Sie wurde heute vor 605 Jahren, am 9. Oktober 1410 im Rathausturm eingebaut. Erst in einer zweiten Phase, etwa 1490, kam unterhalb des astronomischen Zifferblattes ein Kalender hinzu , eine Arbeit des Uhrmacher Jan Růže, Meister Hanuš genannt.

Jahrhundertelang hatte man angenommen, dass die Uhr von ihm gebaut worden sei; doch dank eines im Jahre 1961 gefundenen Dokuments kam ihre wahre Geschichte schließlich ans Tageslicht.

Die Uhr besteht aus drei Hauptkomponenten:

  1. einem astronomischen Zeiger,
    der die Uhrzeit sowie die Position von Sonne und Mond anzeigt
  2. einer Scheibe mit Medaillons,
    die die Monate anzeigt,
  3. einem Mechanismus,
    der die stündliche Prozession der Zwölf Apostel zeigt.

Kalendarium

Detailaufnahme der Prager Rathausuhr
Kalendarium der Prager Rathausuhr

Das untere Zifferblatt ist ein Kalender, der die Monate und die Tage zählt. Der äußere Rand der Scheibe besteht aus 365 Segmenten, die jeweils vier Felder haben. Von innen gesehen ist im ersten Feld der Tag des Monats, im zweiten der Sonntagsbuchstabe, im dritten der Namenstag, wobei die geweihten Namenstage rot geschrieben sind, und im äußeren Feld sind die Anfangssilben des Cisiojanus dargestellt.

Apostelzug an Prager Rathausuhr

Im 17. Jahrhundert wurde die Uhr beiderseits der Zifferblätter durch Figuren ergänzt. Der Zeitpunkt, zu dem die in den beiden Fensterchen oberhalb des astronomischen Zifferblattes ausgestellten astrologischen Tabellen gegen die Figuren der 12 Apostel ausgetauscht wurden, ist nicht eindeutig bekannt. Historisch belegt ist die Existenz der Apostel erst seit 1860. Die Figur des Hahnes kam 1882 hinzu.


Mythen und Sagen

Ritter und Sensenmann

Obwohl die Rathausuhr viele Zeichen enthält, so interessieren sich die Menschen am meisten für den gefürchteten Sensenmann, dem in der Regel schlechte Omen und Wahrsagereien angedichtet wurden.

Böhmische Adlige

Nach dem Ständeaufstand in Böhmen 1621 wurden 27 böhmische Adlige vor dem Prager Rathaus exekutiert. Ihre Köpfe wurden am Altstädter Brückenturm zur Abschreckung aufgehängt. Die Legende besagt, dass sich jedes Jahr am Tag der Exekution alle 27 Geköpften vor dem Rathaus treffen und dann langsam und still zum Südportal gehen und die astronomische Uhr beobachten.

Sehenswürdigkeiten in Prag

Prag ist eine wunderschöne Stadt. Der ein oder andere wird sicherlich die Gelegenheit haben, die Aposteluhr aus nächster Nähe zu bestaunen. Wenn Du zu jenen gehörst, dann solltest Du Dir die folgenden Sehenswürdigkeiten in Prag ebenfalls nicht entgehen lassen:

Aussichtsturm Petrín

Etwas weiter im Süden befindet sich mitten auf dem nächsten Stadtberg, dem Petrin, ein Aussichtsturm, der dem Eiffelturm in Paris nachempfunden ist. Der Spaziergang dorthin führt einen kreuz und quer durch einen wunderschönen Park und dauert etwas mehr als 30 Minuten. Zwischendurch lohnt auch der Blick auf die Moldau und Prag.

Karlsbrücke

Sie zählt zu den ältesten Steinbrücken Europas: Die Karlsbrücke über die Moldau. Begrenzt von zwei Türmen ist sie nur für Fußgänger geöffnet und fast rund um die Uhr sehr belebt. Ein Muss für jeden Prag-Besucher.

Pulverturm

Der Pulverturm zählt zu den 13 Befestigungstürmen und Toren die einst die Altstadt von Prag umgaben. Der 65 Meter hohe Pulverturm ist Tor auf der königlichen Route durch die Altstadt über die Karlsbrücke hinauf auf den Hügel zur Burg.

Wenzelsplatz

Er wirkt ja eher wie ein Boulevard als ein Platz. Das muss daran liegen, dass der Wenzelsplatz über 700 m lang ist und damit zu Europas größten Plätzen gehört. Als bedeutendster politischer Versammlungsort der Republik war er der Schauplatz großer Demonstrationen, z.B. 1968 und 1989.

Ich muss zugeben: Es will mir weder gelingen die Uhrzeit noch das Datum der Prager Rathausuhr abzulesen. Hast Du das Prinzip besser verstanden und keine Schwierigkeiten, Dich an der astronomischen Uhr zu orientieren?

Wiedervereinigung

Wiedervereinigung: 25 Jahre Deutsche Einheit

1961: Mitten in Berlin starteten die absurdesten Bauarbeiten der deutschen Geschichte. Untermauert von der größten Lüge des Jahrhunderts: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu erreichten.“ Doch, denn Berlin ist, wie ganz Deutschland, seit dem Krieg aufgeteilt zwischen West- und Ost-Mächten. Es gab zwar Grenzen, aber in Berlin die Leute durch, viele pendelten sogar täglich zur Arbeit. Zu viele aber wanderten in den Westen aus. Diese Abstimmung mit den Füßen wollte das SED Regime stoppen und lies 1961 das berüchtigte Bauwerk hochziehen. So schnell, dass Familien getrennt wurden.

Wiedervereinigung
Wiedervereinigung: Google Doodle

Viele wollten es nicht Wahrhaben. Man kann doch kein ganzes Volk einsperren. Doch einige ahnten, dass genau das Brecht vor hatte, nämlich die letzte Fluchtmöglichkeit in den Westen zu schließen. Ganz mutige entkamen im allerletzten Moment. Und dann war die Grenze dicht! Ein Todesstreifen zog sich mitten durch Deutschland, im wahrsten Sinne des Worte.

Kennedy und Gorbatschow

Michail Gorbatschow
Michail Gorbatschow

Von da an gab es zwei Systeme in einem Land und in einer Stadt. Selbst US-Präsident Kennedy blieben damals nur tröstende Worte. „Ich bin ein Berliner“, sagte er. Helfen konnte er nicht. Die Sowjetunion machte seit Jahren drastisch klar, dass sie zur Stelle ist wenn das Volk nach Demokratie ruft. Und so verstummten diese Rufe. Man arrangierte sich – scheinbar. Bis zum Herbst 1989: „Wir sind das Volk“. Weil in Russland Michail Gorbatschow an der Macht ist, kann sich der schon lange schwelende Freiheitswunsch entfalten und endlich war sich das Volk mit Honecker mal einig: „Vorwärts immer, Rückwärts nimmer!“ Genau, denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, musste er von Gorbatschow lernen.

Honecker Rücktritt

Erich Honecker trat am 18. Oktober 1989 zurück. Es folgte am 9. November 1989 die legendäre Pressekonferenz von SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski. Da heißt es nach 28 Jahren mauern: „Die zuständige Stellen … sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen. Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen. Das ist, nach meiner Kenntnis, ab sofort. Unverzüglich.“

Die Sensation musste sofort verkündet werden. Als erster Fernsehsender berichtete es damals RTL. An dem Abend war klar: Die Mauer wird fallen. In Scharen kamen die Menschen, um die verhasste Grenze zu durchqueren. Dann war die Politik gefragt. Am 3. Oktober 1990 war die deutsche Wiedervereinigung besiegelt. Und ein Jahr nach dem Mauerfall feierten die Deutschen dann das erste Mal wieder gemeinsam Silvester – nach 41 Jahren endlich wieder als ein Volk.

Endlich frei sein, so lange träumten sie schon davon. „Ich habe mir einmal in meinem Leben gewünscht durch dieses Brandenburger Tor zu gehen. Ist das alles so schwer zu verstehen?“ schrie eine Frau die DDR-Grenzer an. „Ich habe erlebt, wie die Mauer gebaut worden ist und will sehen, wie man sie wieder abbaut“, sagte ein anderer DDR-Bürger unter Tränen. Endlich wurde ihr Mut und ihr Durchhaltewille belohnt. Die Mauer fällt – ohne einen einzigen Schuss. So etwas gab es noch nie, eine friedliche Revolution. Im November 1989 brachten Hunderttausende erst eine Mauer und damit ein ganzes System zum Absturz.

25 Jahre Deutsche Einheit – zwei Freunde erinnern sich an ihre Flucht

Den aktuellen Stand der Suchergebnisse gibt es hier zu sehen: Wiedervereinigung.

Wasser auf dem Mars: Google Doodle

Mars: Wasser auf dem Mars entdeckt

Forscher entdecken flüssiges Wasser auf dem Mars, das es in der kalten Wüstenwelt eigentlich nicht geben dürfte. Darauf deuten Messdaten der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) hin. Salziges Schmelzwasser könnte demnach im Marssommer Bäche bilden.

Wasser auf dem Mars: Google Doodle
Wasser auf dem Mars: Google Doodle

Der US-Raumfahrtbehörde NASA liegen Beweise für fließendes Wasser auf dem Mars vor. „Unter bestimmten Gegebenheiten wurde fließendes Wasser auf dem Mars gefunden“, sagte der Leiter des Planetenprogramms, Jim Green, bei einer Pressekonferenz. Der Mars ist nicht der trockene, ausgedörrte Planet, für den wir ihn in der Vergangenheit gehalten haben.

Die Beweise hätten neue Analysen von Messdaten der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) geliefert. Der Erkundungssatellit war 2005 gestartet und liefert hochauflösende Bilder sowie weitere Daten aus der Atmosphäre des roten Planeten.

Bäche auf dem Mars

NASA-Forscher John Grunsfeld sprach von einem „bedeutenden Fortschritt“. Es scheine bestätigt zu sein, dass „Wasser in Form von Salzlake-Bächen heute auf dem Mars fließt“. Dunkle Schlieren, die sich an Hängen an der Mars-Oberfläche hinabziehen, waren bereits vor rund vier Jahren entdeckt worden. Wissenschaftler hatten bisher aber keinen Beweis, dass diese Schlieren, die im Frühjahr entstehen, im Sommer größer werden und im Herbst verschwinden, Wasser sind.

Wasser auf dem Mars
Die dunklen Streifen sollen fließendes Wasser auf dem Mars gewesen sein. Foto: NASA

Nach umfassenden Auswertungen und Analysen sind die Forscher nun der Ansicht, dass es sich tatsächlich um Wasser handelt, das diese Spuren verursacht. Am wahrscheinlichsten ist es offenbar, dass die Salze Luftfeuchtigkeit absorbieren und so eine Salzlauge bildeten. Durch das Salz wird die Lauge den Forschern zufolge unter Marsbedingungen schon ab etwa minus 70 und plus 24 Grad Celsius flüssig.

Wissenschaftler sind schon lange überzeugt, dass früher reichlich Wasser auf dem Mars floss und dadurch die Täler und Schluchten auf dem Mars entstanden sind. Größere Klimaveränderungen vor drei Milliarden Jahren sollen das geändert haben. Wasser ist von zentraler Bedeutung für Leben, wie wir es kennen. Bislang war jedoch nur die Existenz von gefrorenem Wasser auf dem Erdnachbarn nachgewiesen.

Mars-Mission: Beweise für Wasser


„Special Effects“-Ingo hat mal wieder in die Trickkiste gegriffen,  heute in die akustische. Hier sein Mars-Wasser-Doodle (Lautsprecher einschalten!)

Informationsquellen: NASA, Wikipedia und Youtube. Den aktuellen Stand der Suchergebnisse gibt es hier zu sehen: Mars.

Googles Geburtstag

Googles Geburtstag: Teenager Google wird 17

Heute feiert Google Geburtstag und zeigt dies mit einem Geburtstagsdoodle auf seiner Startseite an. An welchem Datum Google Geburtstag hat, darüber kann gestritten werden, denn es stehen mehrere Tage zur Auswahl.

Googles Geburtstag
Googles Geburtstag

Am 27. September feiert Google Geburtstag, jedes Jahr, und nun bereits zum 17. Mal. Zu diesem Anlass zeigt Google heute ein Doodle mit Luftballons und einer Lavalampe. Google feierte seinen Geburtstag auch schon an einem 7. September gefeiert – und zwar im Jahr 2003 und 2004. Seit 2005 ist der vermeintliche Fehler jedoch korrigiert. Das Datum, das den Eintrag von Google ins Firmenregister darstellen soll, ist inzwischen von den Google-Seiten gelöscht.

Wann ist denn nun wirklich Googles Geburtstag?

Eigentlich hätte Google tatsächlich am 17. September Geburtstag. Allerdings könnte man auch den 15. September gelten lassen. An diesem Tag wurde nämlich die Domain google.com registriert. Unterm Strich passt der 27. September aber besser, denn an diesem Tag ging google.com 1998 online. Der Doodle Finder wünscht Happy Birthday!

Animation zu Googles Geburtstag

Ingo Henze hat mal wieder mit seinem Videobearbeitungsprogramm gespielt und schickt Google jede Menge Regen zum Geburtstag. Mit einer Gartenparty wird das so aber nichts!