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Erfinder des Pianos: Bartolomeo Cristofori

Bartolomeo Cristofori (* 4. Mai 1655 in Padua; † 27. Januar 1731 in Florenz) war ein italienischer Musikinstrumentenbauer. Er gilt als der Erfinder des Pianos. Venedig war im 16. Jahrhundert das wichtigste Zentrum des Instrumentenbaus in Italien.


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Über Lehrjahre von Bartolomeo Cristofori, dem Erfinder des Pianos, wissen wir wenig; seine Biographie fängt mit fast 33 Jahren an, als er im Mai 1688 von Ferdinando de’ Medici, dem Sohn des toskanischen Großherzogs Cosimo III. de’ Medici, als Instrumentenbauer und -stimmer an seinen Hof in Florenz geholt wurde. Während dieser Zeit begann Cristofori die Arbeit an einer neuen Anschlagmechanik, die ein dynamisches Spiel erlauben würde.

Erfindung des Pianos

Erfinder des Pianos: Bartolomeo Cristofori
Der Erfinder des Pianos, Bartolomeo Cristofori.

Die Vermutung ist berechtigt, daß Cristofori bereits vorher an seiner Erfindung der Piano-Mechanik gearbeitet hat und dem Herzog ein funktionierendes Instrument vorweisen konnte. Details eines Spinetts, das er 1690 fertiggestellt hat, zeigen, dass er bereits zu diesem Zeitpunkt den typischen Steg seines Hammerflügels entwickelt hatte.

Gegen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts wurde viel experimentiert, um ein Tasteninstrument zu konstruieren, das eine dynamische Spielweise (leise, laut und feine Abstufungen) durch unterschiedlich starken Anschlag der Tasten ermöglichte.

Um 1700 erfand er ein Cembalo mit einer neuen Mechanik. Sie erlaubte es, allein durch die Stärke des Anschlags wahlweise leise als auch laut zu spielen. Das Instrument hieß „arpicembalo che fà il piano e il forte“, kurz: Pianoforte. Es war die Geburtsstunde des Klaviers.

Dynamische Spielbarkeit

Grundlage für die dynamische Spielbarkeit (also mit veränderlicher Lautstärke) des Hammerklaviers war eine ausgefeilte Mechanik, bei der ein Hammer durch eine Stoßzunge gegen die Saite geschleudert wurde und sie zum freien Schwingen sofort wieder freigab. Mit dem Drücken der Taste wurde gleichzeitig ein Dämpfer angehoben, der nach Loslassen der Taste die schwingende Saite abfing. Cristofori spannte jeweils zwei gleich gestimmte Saiten (einen so genannten Chor) nebeneinander, um eine höhere Lautstärke zu ermöglichen. Im Jahre 1726 hatte Cristofori sein Instrument vollendet.

Man kann nicht behaupten, daß die Erfindung der Piano-Mechanik sich wie ein Lauffeuer in Europa verbreitet hat. Die Instrumente waren vermutlich sehr teuer und nicht jeder hat sich von der Möglichkeit überzeugen lassen, abwechselnd laut und leiser spielen zu können. Offenbar haben den vergleichsweise dumpfen Klang des Hammerflügels nicht geschätzt.

Erhaltene Bartolomeo Cristofori Flügel

Insgesamt sind zehn Instrumente verschiedener Bauart aus seiner Werkstatt erhalten.

Obwohl Cristofori Hammerflügel nachweislich bereits um 1700 gebaut hat, ist das älteste erhaltene Instrument aus 1720, als er bereits 65 Jahre alt war. Es steht heute im Metropolitan Museum of Art, New York

Ein weiterer Hammerflügel aus 1722 wird in der Museo Strumenti Musicali in Rom aufbewahrt, und obwohl viel von der originalen Substanz vorhanden ist, ist das Instrument so weit vom Holzwurm befallen, daß man es nicht riskiert, das Gehäuse unter Saitenspannung zu halten. Dennoch ist das Exemplar ein wichtiges Dokument und zeigt im Zusammenhang mit den anderen beiden Hammerflügeln, an welchen Teilen der Erfindung Cristofori um diese Zeit noch gearbeitet hat.

Der letzte erhaltene Hammerflügel ist aus 1726, hat den kleineren Umfang von C-c³ wie beim 1722er Instrument und befindet sich jetzt im Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig. Der Erhaltungszustand ist weitgehend original (wobei jedoch das ursprüngliche Hammerleder nicht vorhanden ist), so daß wir aus diesem Instrument viel über Cristoforis Vorhaben lernen können. Dennoch wird dieser Hammerflügel aus konservatorischen Gründen nicht unter Spannung gehalten und steht also auch nicht als funtionierendes Musikinstrument zur Verfügung.

Der italienische Erfinder des Pianos, Bartolomeo Cristofori, verstarb am 27. Januar 1731.