Schlagwort-Archive: Jugend

Aiga Rasch Google Doodle

Aiga Rasch: Die Mutter der drei Fragezeichen

Aiga Rasch wurde am 9. Juli 1941, heute vor 74 Jahren, in Stuttgart geboren. Sie war Illustratorin, Grafikerin und Malerin – und wurde durch die Titelbilder der Jugendbuchreihe „Die drei Fragezeichen“ bekannt und berühmt.

Aiga Rasch Google Doodle
Aiga Rasch Google Doodle

Seit 1962 arbeitete Aiga Rasch als freie Mitarbeiterin für den Franckh Kosmos Verlag. Sie illustrierte überwiegend Kinder- und Jugendbücher.

Alfred Hitchcock

Seit 1964 erschien in den USA die Jugend-Krimi-Serie „The Three Investigators„, auf deutsch seit 1968 als „Die drei Fragezeichen„. Der Autor Robert Arthur kannte Alfred Hitchcock persönlich und bat ihn, seinen Namen zur Vermarktung dieser geplanten Buchreihe verwenden zu dürfen.

Ab 1968 schrieben weitere Autoren an den Büchern. So schrieb Dennis Lynds unter dem Pseudonym „William Arden“ vierzehn Bücher.

Aiga Rasch wollte auf Honorar verzichten

Portrait von Aiga Rasch, 2008
Aiga Rasch (2008)
Foto: Lapathia/CC BY SA 3.0

Bei der Abgabe einer ihrer Entwürfe im Lektorat entdeckte Aiga Rasch zufällig die ersten beiden Bände „und das Gespensterschloss“ sowie „und die flüsternde Mumie“ aus der Serie von Alfred Hitchcock. Die Cover von Jochen Bartsch sagten ihr scheinbar nicht zu. Sie erkundigte sich nach der Resonanz, die nicht besonders groß war.

Aiga Rasch schlug daraufhin ein eigenes Design vor, das man ihr als Frau, bei dem eher männlichen Themen der Bücher – nicht zutraute. Daher vereinbarte sie mit dem Kosmos-Verlag, auf ihr Honorar zu verzichten, sollte der Entwurf nicht gefallen.

Auf das schwarze Design ihres Entwurfs reagierte der Verleger zunächst entsetzt. „So etwas hat es noch nie gegeben“, schimpfte er. Die Illustratorin hielt genau das für ein zusätzliches Argument und konnte ihren Chef schließlich überzeugen.

Logo: Die drei ???
Logo: Die drei ???

Das erste Titelbild für die drei Fragezeichen

1970 war es dann soweit, das erste Titelbild für den Band „Fluch des Rubins“ kam heraus, als Collage in schwarz, weiß und rot. Die Protagonisten der Reihe tauchen übrigrigens auf keinem der Titelbilder auf.

Bis 1999 arbeitete Aiga Rasch für den Kosmos Verlag und entwarf die Cover für insgesamt 89 Folgen der „Die drei ???„-Serie. Auch für die Neuauflagen bei 16 Folgen zeichnete sie auch neue Cover.

Sogar als Renterin designte sie noch „Die drei Fragezeichen“

Im Jahr 2006, Aiga Rasch war bereits in Rente, kam es wieder zur Zusammenarbeit mit dem Kosmos-Verlag. Für die „Black Edition“-Schuber entwarf sie das Design und überarbeitete digital die Büchercover.

„Drei Fragezeichen“-Hörspiele

Ab 1979 waren ihre Bilder nicht nur auf Büchern zu finden sondern zusätzlich auf den „Drei Fragezeichen“-Hörspiele des Europas Verlag. Durch die Hörspiele, die auf Langspielplatte (LP) und Musikkassette (MC) sowie später auch auf Compact Disc (CD) erschienen, kam Aiga Rasch zu beeindruckenden Auflagen der ???-Artikel mit ihrem Cover.

Über 30 Millionen mal verkauften sich die Artikel mit ihren Titelbildern alleine in Deutschland. Somit gilt Aiga Rasch als eine der erfolgreichsten deutschen Illustratoren. Ihre Illustratoren zieren auch ???-Artikel in China, Griechenland und Russland.

Schwarzes Layout wurde beibehalten

Auch nach der Zusammenarbeit mit ihr, also nach 1999, ziert jedes ???-Buch des Kosmos-Verlag als auch jedes ???-Hörspiel des Europa Verlages weiterhin ihr schwarzes Design. Im Impressum der heutigen ???-Artikel wird sie mit dem Satz „Umschlaggestaltung von Aiga Rasch“ gewürdigt.

Über 25 Verlage vertrauten Aiga Rasch

 Aiga Rasch war für über 25 Verlage tätig und hat in über 150 Büchern mehr als 5.000 Illustrationen gezeichnet.

Aiga Rasch verstarb am 24. Dezember 2009 in Kirchheim unter Teck. Die Künstlerin und Autorin lebte mit Hündin Bella und zwei Katzen in Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg. Als Aiga Rasch 2009 starb, hinterließ sie ihren zeichnerischen Nachlass ihrem größten Fan und Sammler, Matthias Bogucki.

Ausstellung in Galerie Bietigheim Bissingen

In der städtischen Galerie Bietigheim Bissingen war die erste und bisher einzige Ausstellung mit den Illustrationen der berühmten Jugendbuchreihe Die drei Fragezeichen zu sehen. In der Ausstellung zu sehen waren die bisher unbekannten Illustrationen von Aiga Rasch.

Die Bedeutung des Google Doodles

Das Aiga Rasch Doodle erklärt (Update 2)
Das Aiga Rasch Doodle erklärt (Update 2)

Auf einigen Seiten wird gerätselt, welche „Die drei Fragezeichen“-Folgen sich hinter den jeweiligen Buchstaben des Google Doodles verbirgt. Hier die Lösung:

  • G: Die drei ??? …und der Superpapagei (Folge 1)
  • O: Die drei ??? …und der heimliche Hehler (Folge 37)
  • O: Die drei ??? …und der rasende Löwe (Folge 15)
  • G: Die drei ??? …und die singende Schlange (Folge 25)
  • L: Die drei ??? …und das Gespensterschloß (Folge 11)
  • E: Die drei ??? …und die flammende Spur (Folge 20)

Vielen Dank an die Leser, die hier so fleißig mithelfen! Ein ganz besonders großes Danke geht an Berit, Benjamin, Divad, Alex und Otto. 

Die drei Fragezeichen – Ein Blick hinter die Kulissen

 

Die drei Fragezeichen: Hier geht’s zu den Hörspielen und Büchern [WERBUNG]

Ingo hat, extra für den Doodle Finder, ein neues Video über das Aiga-Rasch-Doodle erstellt. So viel Einsatz muss belohnt werden. Hier seine Animationen und Infos:

 

Informationsquellen: Offizielle Homepage von Aiga Rasch, Wikipedia, Städtische Galerie Bietigheim Bissingen. Den aktuellen Stand der Suchergebnisse gibt es hier zu sehen: Aiga Rasch.

Barbapapa: Google Doodle

Barbapapa: So entstand die Zeichentrickfigur Barbapapa

Barbapapa entstand am 19. Mai 1970, also heute vor 45 Jahren, zunächst als gezeichnete Zuckerwatte auf einer Serviette. Der Lehrer, der mit der Zeichnung lediglich seine Freundin beeindrucken wollte, konnte nicht ahnen, dass dies die Geburtsstunde von Barbapapa war.

Barbapapa: Google Doodle
Barbapapa: Google Doodle

Talus Taylor wurde 1933 in San Francisco geboren. Im Alter von 37 Jahren strandete der Biologielehrer in Paris. Bereits im Unterricht beeindruckte er seine Schüler mit Tierzeichnungen. Der 19. Mai 1970 war ein schöner Frühlingstag. Talus Taylor nutzte das schöne Wetter, um mit seiner Freundin Annette Tison, einer französischen Architekturstudentin, durch den Jardin du Luxembourg Schlosspark im Pariser Quartier Latin spazieren zu gehen.

Wie der Name Barbapapa entstand

Talus Taylor, der damals kaum des Französischen mächtig war, fand es sehr lustig, als ein Kind immer wieder laut „baabaabaabaa“ rief. Seine Freundin Annette Tison erklärte ihm, dass das Kind seine Eltern damit eindringlich auf einen Stand mit Zuckerwatte hinweisen wollte.  Zuckerwatte heißt auf französisch „barbe a papa“ (Papas Bart).

Das Pärchen kehrte in ein Lokal ein. Hier wollte der Lehrer seine Freundin beeindrucken und kritzelte eine Zuckerwatte auf eine Serviette: Die gezeichnete Zuckerwatte sah großäugig aus, freundlich lächelnd, von unbestimmter Form und rosa. Das war die Geburtsstunde von Barbapapa.

Talus Taylor und Annette Tison waren seither ohne Unterbrechung ein Paar. Sie lebten sehr zurückgezogen und so ist über die beiden leider sehr wenig bekannt.

Bücher

Die Bücher wurden aus dem Französischen in über 30 Sprachen übersetzt. Dann aber waren die beliebten Bände in deutscher Sprache mehr als 25 Jahre nicht mehr erhältlich, bis der Atlantis-Verlag die drolligen Kultfiguren 2007 neu herausbrachte.

Zeichentrickserien

Basierend auf den Comics wurde 1973 eine Zeichentrickserie mit 45 Folgen produziert. Ins deutsche Fernsehen zog Barbapapa im November 1974 ein. Sämtliche Charaktere wurden von dem Synchronsprecher und -regisseur Peter Kirchberger gesprochen. Diese erste Serie ist unter dem Titel „Barbapapa Classics“ und „Barbapapa Classics 2“ auf DVD erschienen. In etlichen der Folgen werden gesellschaftskritische Themen wie Umweltverschmutzung, Flächenverbrauch, Verkehr, Walfang etc. behandelt.

1977 wurden weitere 55 Folgen produziert, die aber erst 2010 in deutscher Version auf zwei DVDs veröffentlicht wurden. Sprecher aller Figuren ist wieder Peter Kirchberger.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Fernsehserie entstand im Jahr 1999 die neue Serie „Barbapapa Sekai o Mawaru“ mit 50 Folgen als rein japanische Anime-Serie, wiederum nach Originalentwürfen und Drehbüchern von Tison und Taylor. Unter dem Titel „Um die Welt mit Barbapapa“ erschien diese vollständig auf DVD. Im Unterschied zur Serie von 1974 werden die verschiedenen Charaktere jetzt von unterschiedlichen Sprechern gesprochen. Auch der Spruch „Ra-Ru-Rick Barbatrick“ fehlt vor den Verwandlungen.

DVD-Komplettbox

Wer Barbapapa noch aus seiner eigenen Jugend kennt, der dürfte sich über die DVD-Komplettbox freuen.

Im September 2012 erschien in Deutschland eine Komplettbox, bestehend aus sechs DVDs. Darauf enthalten sind alle 150 Folgen in deutscher Sprache.

Videospiel

Für die Playstation erschien im Jahre 2001 ein Barbapapa-Spiel der japanischen Firma Sunsoft.

Barbapapa-Autor verstorben

Talus Taylor verstarb am 19. Februar 2015 im Alter von 82 Jahren in seiner Wahlheimat Paris.