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René Laënnec: Google Doodle

René Laënnec: Google Doodle für Stethoskop Erfinder

Tief ein- und ausatmen – diesen Satz hat jeder bereits von seinem Hausarzt gehört. Der Arzt hörte uns dann mit einem Stethoskop ab. Genau dieses hat René Laënnec erfunden, der heute 235 Jahre alt geworden wäre.

René Laënnec: Google Doodle
René Laënnec: Google Doodle

Stethoskop zufällig erfunden

Das Stethoskop erfand René Laënnec aus Eitelkeit und eher zufällig. In der damaligen Zeit legten Ärzte ihr Ohr direkt auf die Brust ihrer Patienten, um sie abzuhören. René Laënnec war sich jedoch zu fein dazu. Als er einen Patienten abhören musste, suchte er nach einer Möglichkeit, den direkten Kontakt zu vermeiden. René Laënnec nahm ein Blatt Papier, drehte es zu einer Papierrolle und setzte diese zwischen Brust und Ohr. Erstaunt stellte er fest, dass er damit gar nicht schlechter, sondern viel besser hörte. Diesen Augenblick im Jahre 1816 darf man eigentlich bereits als die Erfindung des Stethoskops bezeichnen. In den nächsten Monaten trieb René Laënnec die Entwicklung des Stethoskops voran, welches zunächst als Hörrohr aus Holz auf den Markt kam.

Stethoskop von René Laënnec, ca. 1820
Stethoskop von René Laënnec, ca. 1820. Foto: Science Museum London / CC BY SA 2.0

Eines der ersten Stethoskope, gefertigt aus Holz und Messing, aus dem Besitz des französischen Arztes René Laënnec. Es besteht aus einem einzigen Hohlrohr . Das vertraute binaurale Stethoskop, mit Gummischlauch an beiden Ohren, wurde erst in den 1850er Jahren entwickelt.

Ob Herztöne oder Lungengeräusche, das Stethoskop gehört zum Arzt, wie sein weiße Kittel. Durch das Abhören ( Auskulation ) der Herztöne lassen sich zum Beispiel Herzkrankheiten frühzeitig erkennen. Im Laufe der Entwicklungsphasen und der Zeit konnten sich Littmann Stethoskope durchsetzen.

Weshalb heißt das Stethoskop so?

Das Wort Stethoskop setzt sich, vereinfacht erklärt, aus den beiden Silben stethos (Brust) und skop (untersuchen) zusammen. Streng genommen werden verstärkte ein Stethoskop Geräusche, weshalb es Stethosphone heißen müsste. Da es damals jedoch ausschließlich medizinisch eingesetzt wurde, konnte sich die Bezeichnung Stethoskop durchsetzen.

Wo werden Stethoskope außerhalb der Medizin eingesetzt?

Die Abhörgeräte außerhalb der Arztpraxen haben äußerlich keine Ähnlichkeit mit dem Stethoskop, welches wir aus einer Arztpraxis kennen, lediglich die Funktion ist gleich. Außerhalb der Medizin findet man sie zum Beispiel im Maschinenbau, um möglichst frühzeitig Lagergeräusche wahrnehmen zu können und dadurch einen Maschinen- oder Motorschaden verhinden zu können.

Das elektrische Stethoskop

Es existieren bereits rein elektrische Varianten des Stethoskops, die jedoch auf Grund ihres noch sehr hohen Anschaffungspreises, kaum Einzug in Arztpraxen gefunden haben.

Fachbezeichnung Auskultation

Die Auskultation (engl. auscultation ) gehört zu den ärztlichen Basistechniken und bezeichnet das diagnostische Erfassen von Körpergeräuschen über das Ohr des Untersuchers. Der französische Arzt René Laënnec hat dieses Untersuchungsverfahren 1816 entdeckt. Die heutige Technik der Auskultation geht auf Josef von Škoda (1839) zurück.

Das Leben des Stethoskop Erfinders

René Laënnec
René Laënnec

Rene Theophile Hyacinthe Laënnec wurde am 17. Februar 1781 in Quimper, in der Bretagne, geboren. Im Alter 19 Jahren war er als Wundarzt in der Westarmee tätig. Anschließend, von 1800 – 1804 absolvierte René Laënnec seine Ausbildung in der Faculté de Médecine de Paris. Ab 1816 war er als Arzt im Hospital „Hopital Necker“ in Paris tätig. Dort kam er dann auch in die Situation, einem Patienten die Brust abhören zu müssen und zur Erfindung des Stethoskops. Im Jahre 1823 lehrte er als Professor am Collège de France in Paris. Am 13. August 1826 verstarb René Laënnec in der Gemeinde Kerlouan, in der Bertagne. Ironischerweise starb er an Tuberkulose. In seinem Geburtsort wurde, ihm zu Ehren, 1868 ein Standbild aufgestellt, welches dauerhaft an den Erfinder des Stethoskops erinnert.

René Laënnec Google Doodle Video

Hedy Lamarr: Google Doodle

Hedy Lamarr: Die erste Nackte im Spielfilm

Hedy Lamarr erblickte am 9. November 1914 in Wien das Licht der Welt. Sie galt als schönste Frau der Welt und wurde als erste Nackte im Film berühmt.

Hedy Lamarr: Google Doodle
Hedy Lamarr: Google Doodle

Hedwig Eva Maria Kiesler, so ihr bürgerlicher Name, kam am 9. November 1914 zur Welt, als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Bankiers und einer Pianisten in Wien

Hedy Lamarr ist ein Einzelkind, ein pummeliges Prinzesschen, dass von seinen Eltern vergöttert wird. Die Kleine hat Kindermädchen und Hauslehrer, erhält schon früh Ballett- und Klavierstunden, besucht als Teenager ein Mädchen-Pensionat in der Schweiz. Mit 16 verlässt das hübsche Fräulein Kiesling die Schule, um Schauspielerin zu werden.

Schauspielunterricht in Berlin

Eine Weile besucht sie die Theaterschule Max Reinhardt  in Berlin (die inzwischen zur Universität der Künste Berlin gehört), anschließend spielt sie erste Rollen im Film. Etwa an der Seite Heinz Rühmanns in „Man braucht kein Geld“ (1931).

Der Skandal, der Hedy Lamarr berühmt machte

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Auf die bescheidenen Anfänge folgt bald ein Skandal, der sie weltberühmt machen wird. Hedy Lamarr übernimmt die Hauptrolle in der tschechisch-österreichischen Co-Produktion „Symphonie der Liebe“ (Originaltitel: Ekstase, 1933). „Es war eine nette Geschichte“, sagte Hedy Lamarr in einem Interview und weiter: „Eine Frau war unglücklich. … Und plötzlich sagen sie, ich soll mir alles ausziehen!“

Die naive 18-jährige lässt sich vom Regisseur überreden nackt in einem See zu baden. Anschließend muss sie auch noch durch einen Wald flitzen, auf der Suche nach ihrem Pferd, dass mit den Kleidern davon galoppiert ist.

Im Januar 1933 wird der schwüle Film unter dem Titel Ekstase uraufgeführt und sorgt für heftige Tumulte. Hedy Lamarr gilt nicht nur als erste Nackte im Kino, sie spielt auch noch einen Orgasmus. Damit die ekstatischen Zuckungen auf ihrem Gesicht besonders glaubwürdig wirken, soll sie der Regisseur mit einer Nadel in den Po gestochen haben. Vom Ergebnis sind jedenfalls nicht nur ihre Eltern entsetzt. Der Papst missbilligt den Streifen, die Nazis verbieten ihn und in Amerika wird er gleich vom Zoll beschlagnahmt.

Ehemann hält sie wie eine Gefangene

Hedy Lamarr (1940)
Hedy Lamarr (1940)

Hedy Lamarr: „Ich habe viel gekämpft, weil das für meine Familie nicht gepasst hat, aber sonst war’s harmlos“. Ganz anders sieht das Hedy Lamarrs Gatte, den sie im August 1933 geheiratet hat. Fritz Mandl ist Besitzer der Hirtenberger Patronenfabrik und einer der größten Waffenproduzenten Europas. Er lebt in einer palastartigen Villa mit 20 Bediensteten, isst von Tellern aus massivem Gold, und empfängt Gäste wie Mussolini zum Dinner. Seine hinreißende junge Frau führt er dabei vor wie eine Trophäe. Die Vorstellung, dass jeder sie nackt im Kino sehen kann, behagt ihm gar nicht.

Mandl soll versucht haben, sämtliche Kopien von Ekstase auszukaufen und zu vernichten. Außerdem verbietet er seinem Hasi jede weitere Filmarbeit und hält sie wie eine Gefangene. Als Dienstmädchen verkleidet will Hedy Lamarr eines Nachts aus dem Madl-Palast geflohen sein.

Hedy Lamarr: Über Paris und London nach Hollywood

Über Paris gelangt die inzwischen 22-jährige nach London, wo der MGM-Boss Louis B. Mayer gerade Urlaub macht. Die atemberaubende Wienerin passt perfekt ins Beuteschema des Hollywood-Moguls. Und auf der gemeinsamen Überfahrt nach Amerika, schließen die beiden einen 7-Jahresvertrag ab.

Hedy Lamarr: Schönste Frau der Welt

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Als sich Hedy Lamarr 1937 in New York eintrifft, erklärt man sie gleich zur schönsten Frau des Jahrhunderts. Mayer ändert ihren Namen in Hey Lamarr und beschließt, sie als kühlen Marmortyp einzusetzen. Doch so recht weiß MGM nichts mit ihr anzufangen. Deshalb leiht man sie erst einmal an ein anderes Filmstudio aus.

Eigentlich bietet ihr der Film Algiers den perfekten Einstieg in Hollywood. Als Französin Gaby, die den Gangster Pépé le Moko zum Verhängnis wird, ist Hedy umwerfend. Faszinierend und geheimnisvoll taucht sie in den Gassen der Casbah auf. Ihr dunkles Haar und der Mittelscheitel, der die hohe Stirn betont, setzen Trends in der Traumfabrik. Algiers wird ein riesiger Erfolg, auf den allerdings gleich mehrere Flops folgen.

Ihr Wiener Akzent wird zum Problem

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Ein Problem ist Hedys Wiener Akzent, der sie immer ein wenig fremd wirken lässt. MGM kommt deshalb auf die Idee, sie als Exotin zu vermarkten. In der Rolle der russischen Straßenbahnschaffnerin Theodore in Comrade X gelingt das noch recht gut. Doch Comrade X ist nur ein Aufguss der erfolgreichen Ninotschka mit Greta Garbo und hält den Vergleich nicht stand.

So geht es weiter. Hedy dreht mit Clark Gable, Spencer Tracy und James Stewart, ohne das sein wirklicher Knüller dabei herauskommt. Ihr Auftritt in dem Film Ziegfeld Girl (Mädchen im Rampenlicht , 1941) treibt das Marmor-Image auf die Spitze.

Hedy trägt schwer an einer gewaltigen Sternen-Krone und wirkt, bei aller Schönheit, leblos wie eine Anziehpuppe. Vielleicht hat sie einfach nur Pech. Sind es mal die falschen Rollen, dann wieder die falschen Filme. Vielleicht fehlt ihr aber auch das gewisse Etwas, diese besondere Magie, die die Ikonen des Kinos auszeichnet.

Viele Rollen abgelehnt, die andere berühmt machten

Hedy Lamarr
Hedy Lamarr

Sie will viele Rollen abgelehnt haben, mit denen andere berühmt wurden: Casablanca (1942) etwa oder „Das Haus der Lady Alquist“ (1944), die Ingrid Bergman unsterblich machen.

Bei MGM gilt Hedy Lamarr bald schon als schwierig und bequem. Noch schlimmer wird es, als man versucht ihr unterkühltes Images zu ändern. In „White Cargo“ (1942) erscheint sie als dunkelhäutige Schlampe, die die Männer ins Verderben stürzt.

Die Marmor-Göttin mit Kakao-Butter eingeschmiert, wirkt eher komisch als verrucht. Doch die GIs lieben diesen Film und Hedys Kurswert als Pin-Up steigt enorm. Überhaupt engagiert sie sich leidenschaftlich im Kampf gegen die Nazis.

Ihr Kampf gegen die Nazis

Amerikas Kriegsanleihen-Kampagne ist im vollen Gange und es überrascht keinen, dass Hedy Lamarr die beste Verkäuferin ist. Da sie jedem Mann, der Kriegsanleihen zeichnet, einen Kuss verspricht, nimmt Hedy ein Vermögen ein. Sie will sich allerdings nicht nur auf der Leinwand räkeln und Küsse verkaufen.

Erfindung des Frequenzsprungverfahrens

Zusammen mit den befreundeten Avantgarde-Komponisten George Antheil tüftelt sie an einem System zur störungsfreien Funkfernsteuerung von Torpedos. Die Schöne versteht etwas von Waffen, schließlich war sie vier Jahre lang mit Fritz Mandl verheiratet. George Antheil schreibt in seiner Biografie: „Immer wieder hatte sie gehört, wie er mit seinen Fachleuten neue Waffen besprach. Und diese Dinge hatte sie in ihren schönen Lockenkopf behalten, während Fritz Mandl glaubte, sie hätte nicht die mindeste Ahnung. Eine ihrer Ideen war so gut, dass ich vorschlug, sie patentieren zu lassen und der Regierung der Vereinigten Staaten anzubieten. Danach arbeiteten wir viele Wochen lang an dieser Erfindung und diskutierten sie, bis wir beide blau im Gesicht waren.“

Hedys Idee ist, das Steuerungssignal selbsttätig zwischen mehreren Frequenzen hin- und herspringen zu lassen. Um Sender und Empfänger dabei zu synchronisieren verwenden die beiden gelochte Papierrollen, die Antheil von seinen Kompositionen für mechanische Klaviere kennt.

1942 erhalten die Tüftler ein Patent auf ihr „Frequency Hopping“. Die Bedeutung der Erfindung ist umstritten.  Während viele Experten sie für eine Grundlage des Mobilfunks und der modernen Netzwerkkommunikation halten, sehen Kritiker darin nur eine der Legenden, die hartnäckig durch das Internet geistern.

Immerhin wird Hedy Lamarr ein halbes Jahrhundert später mit Eherungen überhäuft.  1997 erhält sie den Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation und zahlreiche weitere Preise.  In den 1940er Jahren wird über ihr Patent so gut wie gar nichts bekannt. Freunde munkeln, weil die Erfindung so brisant gewesen sei und Hedy als Spionin gearbeitet haben könnte. Wahrscheinlicher ist, dass Intelligenz nicht zum Image einer Hollywood-Göttin passt. Um ihr genügend Sex-Appeal zu geben. , hat man sich bemüht, sie als ein bisschen dumm hinzustellen. Aber Hedy ist sehr, sehr klug. Neben den meisten Schauspielerinnen in Hollywood ist Hedy eine intellektuelle Riesin.

Hedy Lamarr: Ein Top-Star in Hollywood

Die Schauspielerin leidet unter dem Image der beschränkten Diva und unter dem Druck des Studios. Sie gründet eine eigene Produktionsfirma, ist damit allerdings nur mäßig erfolgreich. Ihren größten kommerziellen Hit dreht sie 1949 für Cecil B. DeMille, der auch Regie führt. Der Film „Samson and Delilah“ fällt jedoch mehr durch seine Ausstattung und Spezialeffekte auf als durch die Leistung der Schauspieler. Ein Kritiker lästert bei der Uraufführung, er schätze Filme gar nicht, in denen der Hauptdarsteller größere Brüste als die Hauptdarstellerin habe.

Hedy Lamarr fand nie ihr Glück

Dennoch, zu dieser Zeit gehört Hedy Lamarr zu den Top-Stars in Hollywood und gilt als Inbegriff des Glamours. Sie selbst will sich nie viel daraus gemacht haben. Ihre drei Kinder sehen das anders und klagen noch heute über die ständige Abwesenheit der Mutter. Auch Hedys sechs Ehen sind alle, mehr oder weniger, Katastrophen.

Nach der Scheidung von Mandl heiratet sie 1939, auf einem Tagesausflug nach Mexiko, den Autor Gene Markey, den sie bald darauf für den Schauspielerkollegen John Loder verlässt. Ehemann Nummer vier wird der Bandleader und Hotelbesitzer Teddy Stauffer in Acapulco, auf den noch der  texanische Ölmagnat W. Howard Lee und der Scheidungsanwalt Lewis J. Boles folgen. Keiner dieser Männer macht sie glücklich. Die meisten nutzen sie aus.

Autobiografie „Ekstase und ich“

The Strange Woman (1946): George Sanders mit Hedy Lamarr
The Strange Woman (1946): George Sanders mit Hedy Lamarr

In den 1950er Jahren werden ihre Filme immer schlechter. Und schließlich bleiben die Rollen ganz aus. 1966 unternimmt sie den verzweifelten Versuch, sich mit ihrer Autobiografie „Ekstase und ich“ noch einmal ins Gespräch zu bringen. Das Ergebnis ist so peinlich, dass sie die beiden Ghostwriter verklagt. Gleichzeitig gerät sie als Ladendiebin in die Schlagzeilen.

Von den 30 Millionen Dollar, die Hedy Lamarr verdient haben will, ist ihr nichts geblieben. Eine Zeit lang soll sie sogar in Armut gelebt haben. Doch als der Software-Konzern Corel Anfang der 1990er Jahre mit einem Foto von ihr wirbt, verklagt ihn die inzwischen 80-jährige und erhält eine Millionenabfindung.

Fünf Jahre später, am 19. Januar 2000, stirbt Hedy Lamarr, einsam in ihrem Haus in Altamonte Springs (Florida / USA).

Adolphe Sax: Google Doodle

201. Geburtstag von Adolphe Sax: Der Erfinder des Saxophons

Heute vor 201 Jahren: Es ist der 6. November 1814, als Adolphe Sax in Dinant (Wallonie, Belgien) das Licht der Welt erblickt. Bekannt macht ihn seine Erfindung des Saxophons, doch den großes Siegeszug seines Instrument erlebt Adolphe Sax nicht mehr. 

[ This article is also available in English: Adolphe Sax ]

Adolphe Sax: Google Doodle zum 200. Geburtstag
Adolphe Sax: Google Doodle

Adolphe Sax: Arm, aber innovativ

Adolphe Sax
Adolphe Sax

Adolphe Sax ist eines von elf Kindern. Die Familie Sax zieht 1835 nach Brüssel, wo der Vater Charles Joseph Sax, ein Kunsttischler, eine Instrumentenbauwerkstatt eröffnet. Adolphe besucht das Brüsseler Konservatorium und studiert dort Flöte, Klarinette, Gesang und Harmonie. Seine erste selbstständige Arbeit als Instrumentenbauer in der Werkstatt seines Vaters ist die Vervollkommnung von Klarinette und Bassklarinette (Patent 1838).

Ausgewandert – mit 30 Franc und einem Musikinstrument

1842 wandert der belgische Instrumentenbauer Adolphe Sax aus, von Brüssel nach Paris. Der 28-Jährige hat nur 30 Franc in der Tasche und im Gepäck seine neueste Erfindung: ein Musikinstrument, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Er nennt es Saxophon. In Paris, so hofft der junge Belgier, wird seine Erfindung Anklang finden.

Adolphe Sax wurde über Nacht bekannt

Und tatsächlich: Der damalige Papst der Pariser Musikszene, der Komponist Hector Berlioz, ist bereit ihn zu empfangen. Mehr noch, er darf vorspielen. Als Adolphe Sax am nächsten Morgen die Zeitung aufschlägt, ist er schon ein bekannter Mann. Berlioz hat ein wahres Loblied auf sein Saxophon geschrieben.

Der Hauptvorzug des Saxophons ist die abwechslungsreiche Schönheit seiner verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten. Berlioz schwärmt: „Einmal tief rund ruhig, dann träumerisch und melancholisch, zuweilen zart, wie der Hauch eines Echos.“

Das Geheimnis des Klanges

Das Geheimnis hinter dem besonderen Klang: Adolphe Sax hat ein Blasinstrument aus Blech mit dem weichen Klang eines Holzbläsers entwickelt, indem er das Mundstück einer Klarinette einfügte. Da das so genannte Blatt am Mundstück, dass den Ton erzeugt, aus Holz ist, zählt das Saxophon übrigens zur Gruppe der Holzblasinstrument.

Weshalb ist das Saxophon gebogen?

Saxophon: Eine Erfindung von Adolphe Sax
Saxhorn

Seinen vollen Klang bekommt das Saxophon erst durch das lange, gebogene Rohr. Gebogen übrigens nur, weil es sonst fast die Länge eines Alphorns hätte und sehr unhandlich wäre. Variiert wird der Ton, wie bei einer Flöte, durch Tonlöcher.

Belieferung der Militärkapellen

In Paris findet der junge Erfinder Adolphe Sax damals Freunde und Förderer, mit deren Geld er seine erste kleine Wohnwerkstatt errichtet. Schließlich hat er auch Erfolg bei Hof. Von König Louis-Philippe erhält Sax das Monopol zur Belieferung der Militärkapellen, denn das neue Instrument ist stimmstabil, wetterfest  und – wenn es sein muss – laut.

Patent wurde Adolphe Sax zum Verhängnis

Im Juni 1846 bekommt Adolphe Sax ein Patent. Nur er darf fortan Saxophone bauen. Das ruft jede Menge Neider auf den Plan. Die Pariser Instrumentenbauer versuchen, Sax in den Ruin zu treiben. Sie werben seine besten Mitarbeiter ab, streuen das Gerücht, er sei pleite und führen einen Patentprozess nach dem anderen gegen ihn. Schließlich geht seine Firma tatsächlich bankrott. Auch, weil sich das Saxophon in der ernsten Musik nicht durchsetzen kann. Am 7. Februar 1894 stirbt Adolphe Sax 79-jährig in Paris, verarmt und vergessen.

Jazz: Der Durchbruch des Saxophons

Saxophonist
Saxophonist

Erst 30 Jahre nach seinem Tod beginnt die eigentlich Karriere seines Saxophons, weit weg, in den USA. Jazz-Saxophonisten wie Charlie Parker machten das Saxophon zu dem, was es noch heute ist: eines der beliebtesten Solo-Instrumente  und sicher das mit dem coolsten Image.

Das Original Adolphe-Sax-Saxophone

Nick Rail & Jim Scimonetti beschreiben das Original-Instrument, das Saxophon von Adolphe Sax aus dem Jahre 1967. Video in englischer Sprache.

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Erfinder des Pianos: Google Doodle

Erfinder des Pianos: Bartolomeo Cristofori

Bartolomeo Cristofori (* 4. Mai 1655 in Padua; † 27. Januar 1731 in Florenz) war ein italienischer Musikinstrumentenbauer. Er gilt als der Erfinder des Pianos. Venedig war im 16. Jahrhundert das wichtigste Zentrum des Instrumentenbaus in Italien.


Erfinder des Pianos: Google Doodle

Über Lehrjahre von Bartolomeo Cristofori, dem Erfinder des Pianos, wissen wir wenig; seine Biographie fängt mit fast 33 Jahren an, als er im Mai 1688 von Ferdinando de’ Medici, dem Sohn des toskanischen Großherzogs Cosimo III. de’ Medici, als Instrumentenbauer und -stimmer an seinen Hof in Florenz geholt wurde. Während dieser Zeit begann Cristofori die Arbeit an einer neuen Anschlagmechanik, die ein dynamisches Spiel erlauben würde.

Erfindung des Pianos

Erfinder des Pianos: Bartolomeo Cristofori
Der Erfinder des Pianos, Bartolomeo Cristofori.

Die Vermutung ist berechtigt, daß Cristofori bereits vorher an seiner Erfindung der Piano-Mechanik gearbeitet hat und dem Herzog ein funktionierendes Instrument vorweisen konnte. Details eines Spinetts, das er 1690 fertiggestellt hat, zeigen, dass er bereits zu diesem Zeitpunkt den typischen Steg seines Hammerflügels entwickelt hatte.

Gegen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts wurde viel experimentiert, um ein Tasteninstrument zu konstruieren, das eine dynamische Spielweise (leise, laut und feine Abstufungen) durch unterschiedlich starken Anschlag der Tasten ermöglichte.

Um 1700 erfand er ein Cembalo mit einer neuen Mechanik. Sie erlaubte es, allein durch die Stärke des Anschlags wahlweise leise als auch laut zu spielen. Das Instrument hieß „arpicembalo che fà il piano e il forte“, kurz: Pianoforte. Es war die Geburtsstunde des Klaviers.

Dynamische Spielbarkeit

Grundlage für die dynamische Spielbarkeit (also mit veränderlicher Lautstärke) des Hammerklaviers war eine ausgefeilte Mechanik, bei der ein Hammer durch eine Stoßzunge gegen die Saite geschleudert wurde und sie zum freien Schwingen sofort wieder freigab. Mit dem Drücken der Taste wurde gleichzeitig ein Dämpfer angehoben, der nach Loslassen der Taste die schwingende Saite abfing. Cristofori spannte jeweils zwei gleich gestimmte Saiten (einen so genannten Chor) nebeneinander, um eine höhere Lautstärke zu ermöglichen. Im Jahre 1726 hatte Cristofori sein Instrument vollendet.

Man kann nicht behaupten, daß die Erfindung der Piano-Mechanik sich wie ein Lauffeuer in Europa verbreitet hat. Die Instrumente waren vermutlich sehr teuer und nicht jeder hat sich von der Möglichkeit überzeugen lassen, abwechselnd laut und leiser spielen zu können. Offenbar haben den vergleichsweise dumpfen Klang des Hammerflügels nicht geschätzt.

Erhaltene Bartolomeo Cristofori Flügel

Insgesamt sind zehn Instrumente verschiedener Bauart aus seiner Werkstatt erhalten.

Obwohl Cristofori Hammerflügel nachweislich bereits um 1700 gebaut hat, ist das älteste erhaltene Instrument aus 1720, als er bereits 65 Jahre alt war. Es steht heute im Metropolitan Museum of Art, New York

Ein weiterer Hammerflügel aus 1722 wird in der Museo Strumenti Musicali in Rom aufbewahrt, und obwohl viel von der originalen Substanz vorhanden ist, ist das Instrument so weit vom Holzwurm befallen, daß man es nicht riskiert, das Gehäuse unter Saitenspannung zu halten. Dennoch ist das Exemplar ein wichtiges Dokument und zeigt im Zusammenhang mit den anderen beiden Hammerflügeln, an welchen Teilen der Erfindung Cristofori um diese Zeit noch gearbeitet hat.

Der letzte erhaltene Hammerflügel ist aus 1726, hat den kleineren Umfang von C-c³ wie beim 1722er Instrument und befindet sich jetzt im Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig. Der Erhaltungszustand ist weitgehend original (wobei jedoch das ursprüngliche Hammerleder nicht vorhanden ist), so daß wir aus diesem Instrument viel über Cristoforis Vorhaben lernen können. Dennoch wird dieser Hammerflügel aus konservatorischen Gründen nicht unter Spannung gehalten und steht also auch nicht als funtionierendes Musikinstrument zur Verfügung.

Der italienische Erfinder des Pianos, Bartolomeo Cristofori, verstarb am 27. Januar 1731.