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Prager Rathausuhr: Google Doodle

Prager Rathausuhr: 605 Jahre Aposteluhr

Die Prager Rathausuhr ist eine weltweit bekannte astronomische Uhr aus dem Jahr 1410. Sie befindet sich an der Südmauer des Altstädter Rathauses in Prag. Die Aposteluhr ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten der tschechischen Hauptstadt und ein wertvolles Kulturdenkmal. Außer der Uhrzeit zeigt sie auch die Phase des Mondes und der Sterne an.

Prager Rathausuhr: Google Doodle
Prager Rathausuhr: Das Google Doodle

Die Prager Rathausuhr ist auch als Aposteluhr oder Altstädter Astronomische Uhr bekannt. Sie wurde nicht in einem Stück gebaut, sondern wuchs im Laufe der Jahrhunderte. Zusammen mit dem Altstädter Rathaus bildet sie einen unentbehrlichen Bestandteil des alten Prags.

Jan Ondřejův, genannt Šindel, führte die für den Bau 1410 notwendigen Berechnungen aus und entwarf das Aussehen der astronomischen Uhr. Sie wurde heute vor 605 Jahren, am 9. Oktober 1410 im Rathausturm eingebaut. Erst in einer zweiten Phase, etwa 1490, kam unterhalb des astronomischen Zifferblattes ein Kalender hinzu , eine Arbeit des Uhrmacher Jan Růže, Meister Hanuš genannt.

Jahrhundertelang hatte man angenommen, dass die Uhr von ihm gebaut worden sei; doch dank eines im Jahre 1961 gefundenen Dokuments kam ihre wahre Geschichte schließlich ans Tageslicht.

Die Uhr besteht aus drei Hauptkomponenten:

  1. einem astronomischen Zeiger,
    der die Uhrzeit sowie die Position von Sonne und Mond anzeigt
  2. einer Scheibe mit Medaillons,
    die die Monate anzeigt,
  3. einem Mechanismus,
    der die stündliche Prozession der Zwölf Apostel zeigt.

Kalendarium

Detailaufnahme der Prager Rathausuhr
Kalendarium der Prager Rathausuhr

Das untere Zifferblatt ist ein Kalender, der die Monate und die Tage zählt. Der äußere Rand der Scheibe besteht aus 365 Segmenten, die jeweils vier Felder haben. Von innen gesehen ist im ersten Feld der Tag des Monats, im zweiten der Sonntagsbuchstabe, im dritten der Namenstag, wobei die geweihten Namenstage rot geschrieben sind, und im äußeren Feld sind die Anfangssilben des Cisiojanus dargestellt.

Apostelzug an Prager Rathausuhr

Im 17. Jahrhundert wurde die Uhr beiderseits der Zifferblätter durch Figuren ergänzt. Der Zeitpunkt, zu dem die in den beiden Fensterchen oberhalb des astronomischen Zifferblattes ausgestellten astrologischen Tabellen gegen die Figuren der 12 Apostel ausgetauscht wurden, ist nicht eindeutig bekannt. Historisch belegt ist die Existenz der Apostel erst seit 1860. Die Figur des Hahnes kam 1882 hinzu.


Mythen und Sagen

Ritter und Sensenmann

Obwohl die Rathausuhr viele Zeichen enthält, so interessieren sich die Menschen am meisten für den gefürchteten Sensenmann, dem in der Regel schlechte Omen und Wahrsagereien angedichtet wurden.

Böhmische Adlige

Nach dem Ständeaufstand in Böhmen 1621 wurden 27 böhmische Adlige vor dem Prager Rathaus exekutiert. Ihre Köpfe wurden am Altstädter Brückenturm zur Abschreckung aufgehängt. Die Legende besagt, dass sich jedes Jahr am Tag der Exekution alle 27 Geköpften vor dem Rathaus treffen und dann langsam und still zum Südportal gehen und die astronomische Uhr beobachten.

Sehenswürdigkeiten in Prag

Prag ist eine wunderschöne Stadt. Der ein oder andere wird sicherlich die Gelegenheit haben, die Aposteluhr aus nächster Nähe zu bestaunen. Wenn Du zu jenen gehörst, dann solltest Du Dir die folgenden Sehenswürdigkeiten in Prag ebenfalls nicht entgehen lassen:

Aussichtsturm Petrín

Etwas weiter im Süden befindet sich mitten auf dem nächsten Stadtberg, dem Petrin, ein Aussichtsturm, der dem Eiffelturm in Paris nachempfunden ist. Der Spaziergang dorthin führt einen kreuz und quer durch einen wunderschönen Park und dauert etwas mehr als 30 Minuten. Zwischendurch lohnt auch der Blick auf die Moldau und Prag.

Karlsbrücke

Sie zählt zu den ältesten Steinbrücken Europas: Die Karlsbrücke über die Moldau. Begrenzt von zwei Türmen ist sie nur für Fußgänger geöffnet und fast rund um die Uhr sehr belebt. Ein Muss für jeden Prag-Besucher.

Pulverturm

Der Pulverturm zählt zu den 13 Befestigungstürmen und Toren die einst die Altstadt von Prag umgaben. Der 65 Meter hohe Pulverturm ist Tor auf der königlichen Route durch die Altstadt über die Karlsbrücke hinauf auf den Hügel zur Burg.

Wenzelsplatz

Er wirkt ja eher wie ein Boulevard als ein Platz. Das muss daran liegen, dass der Wenzelsplatz über 700 m lang ist und damit zu Europas größten Plätzen gehört. Als bedeutendster politischer Versammlungsort der Republik war er der Schauplatz großer Demonstrationen, z.B. 1968 und 1989.

Ich muss zugeben: Es will mir weder gelingen die Uhrzeit noch das Datum der Prager Rathausuhr abzulesen. Hast Du das Prinzip besser verstanden und keine Schwierigkeiten, Dich an der astronomischen Uhr zu orientieren?

Herbstanfang: Google Doodle

Herbstanfang: Google Doodle zum kalendarischen Herbstbeginn

Heute ist astronomischer bzw. kalendarischer Herbstanfang und Google feiert dies mit einem Doodle auf seiner Startseite in Deutschland. Da der Herbst jedoch nur auf der Nordhalbkugel beginnt, ist es nur in 42 Ländern zu bestaunen. Auf der Südhalbkugel wird hingegen ein Doodle für den Frühlingsanfang erwartet.

Herbstanfang: Google Doodle
Herbstanfang: Google Doodle

Wann ist kalendarischer Herbstanfang?

Der astronomische oder auch kalendarische Herbstanfang ist in diesem Jahr auf der Nordhalbkugel der Erde am 23. September.

Wann ist meteorologischer Herbstanfang?

Für Meteorologen beginnt der Herbst am 1. September. Sie wählen bei den Jahreszeiten immer ganze Monate, da sie sich dann in Statistiken besser vergleichen lassen.

Herbstanfang: Baum im Herbst
Herbstanfang: Baum im Herbst

Was passiert am Herbstanfang?

Zum kalendarischen Herbstanfang steht die Sonne senkrecht über dem Äquator. Das heißt, überall auf der Erde ist der Tag genauso lang wie die Nacht. Dies ist in diesem Jahr am 23. September um genau 10:21 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit der Fall.
Der etwas spätere Start in den Herbst hat mit der Umlaufbahn der Erde um die Sonne zu tun. Unser Kalender rechnet mit 365 Tagen im Jahr. Tatsächlich hat das astronomische Jahr aber 365 Tage, 5 Stunden und 49 Minuten, die die Erde braucht, um einmal um die Sonne zu kreisen. Die knapp sechs Stunden Differenz werden alle vier Jahre mit einem Schalttag kompensiert. Dann hat der Februar 29 Tage und die darauf folgende Tagundnachtgleiche (auch Tag-und-Nacht-Gleiche) oder Äquinoktium (aus dem Lateinischen aequus gleich und nox Nacht) verschiebt sich zeitlich nach vorne. Im nächsten Schaltjahr 2016 beginnt der kalendarische Herbst wieder am 22. September.

In der Astronomie wird das Datum eines Äquinoktiums über die Einheit Tag hinaus näher bestimmt und als sekundengenauer Zeitpunkt angegeben. Dabei handelt es sich um jenen Moment, zu dem die Sonne den Himmelsäquator im Frühlings- beziehungsweise im Herbstpunkt passiert, und mit dem der Beginn dieser Jahreszeiten dann astronomisch definiert ist.

Was bestimmt den astronomischen Herbstanfang?

Wann der Herbst kalendarisch beginnt, hängt vom Stand der Sonne ab. Beim astronomischen Herbstanfang ist dafür entscheidend, wann die Sonne genau senkrecht über dem Äquator steht. Das geschieht 2015 am 23. September um 8.21 Uhr.

Werden die Tage kürzer?

Zum Herbstanfang sind Tag und Nacht wie beim Frühlingsbeginn gleich lang. Dann werden die Tage bis zum Winteranfang am 22. Dezember kürzer und die Nächte länger. Das ist zumindest bei uns auf der Nordhalbkugel der Fall – auf der Südhalbkugel ist das umgekehrt.

Warum ist immer am 23. September Herbstanfang?

Das stimmt so nicht ganz. Der Herbstanfang schwankt zwischen dem 22. und dem 23. September. Das liegt daran, dass unser Kalender von genau 365 Tagen ausgeht – in Wirklichkeit braucht die Erde für den Sonnenumlauf aber noch fünf Stunden und 49 Minuten länger. Daher gibt es auch alle vier Jahre ein Schaltjahr: Das soll genau diesen Unterschied ausgleichen.

Und woher kommt das Wort Herbst?

Herbst kommt vom germanischen Wort harbista, das für die Ernte steht. Mit dem Herbstanfang 2015 am 23. September beginnt also die Zeit die Ernte.

Was sind phänologische Jahreszeiten?

Das phänologische Jahr wird in 10 „phänologische Jahreszeiten“ eingeteilt. Fixiert werden diese Jahreszeiten durch bestimmte Wachstumsstadien an ausgewählten Pflanzen – sogenannte Leitphasen. So wird der Frühling unterteilt in Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling; der Sommer in Frühsommer, Hochsommer und Spätsommer; der Herbst in Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst. Lediglich der Winter wird nicht unterteilt.

Herbstanfang: Bänke im Park
Herbstanfang: Bänke im Park

Was ist ein Blutmond?

Als Blutmond bezeichnet man umgangssprachlich das Aussehen des Mondes bei manchen totalen Mondfinsternissen. Wenn sich die Erde genau zwischen Mond und Sonne schiebt und es dadurch zu einer totalen Mondfinsternis kommt, ist der Mond nicht komplett dunkel, sondern meist noch immer zu sehen. Grund dafür ist, dass Sonnenlicht durch die Atmosphäre der Erde Richtung Mond abgelenkt wird und zwar vor allem langwelliges, also rotes Licht. Je „schmutziger“ die Atmosphäre, desto deutlicher ist dieser Effekt, so dass der eigentlich verdunkelte Mond blutrot erscheinen kann.

Am 28. September 2015 werden wir die vierte Mondfinsternis in zwei Jahren erleben. Diese vierte und vorerst letzte Mondfinsternis wird durch einen sogenannten Supermond wesentlich größer erscheinen.

Herbstanfang ist nicht die Tag- und Nachtgleiche!

Jeweils am Herbstanfang oder auch am Frühlingsanfang wird immer noch behauptet, es wäre dann in Deutschland die Tag- und Nachtgleiche. Stimmt nicht! Warum das nicht stimmt, erklärt Meteorologe Jörg Kachelmann in diesem Video.

Animiertes Google Doodle

Ingo Henze hat aus dem statischen Google Doodle eine sehr schöne Animation erstellt, mit sprechenden Eichhörnchen und jeder Menge Regen. Fazit: Sehr sehenswert!

Pluto Google Doodle

Pluto: NASA-Sonde New Horizons zu Besuch

Der Countdown läuft für den nächsten Meilenstein der Raumfahrt: Heute, um kurz vor 14 Uhr (MESZ), wird die NASA Raumsonde New Horizons in nur 12.500 km Entfernung am Zwergplaneten Pluto vorbeirasen.

Pluto Google Doodle
Pluto Google Doodle

Pluto wurde bisher von keiner Raumsonde besucht. Er ist so weit von der Sonne entfernt, so dass selbst die stärksten Teleskope kaum Details auf seiner Oberfläche ausmachen können. Die Auflösung der besten mit dem Hubble-Weltraumteleskop gewonnenen Aufnahmen erreichen nur 500 km pro Bildpunkt, also sehr unscharfe Bilder.

134340: Pluto ist nur noch eine Nummer

Pluto, aufgenommen von der Raumsonde New Horizons am 11. Juli 2015 aus einer Entfernung von rund 4.000.000 km.
Pluto, aufgenommen von der US-Sonde New Horizons am 11. Juli 2015 aus einer Entfernung von rund 4.000.000 km.

Pluto, das erste Objekt der später als Kuipergürtel bekannten Region des Sonnensystems, wurde 1930 entdeckt und galt zunächst als Planet. Inzwischen sind jenseits der Neptunbahn mehr als tausend Objekte bekannt und etliche größer als Pluto. Um die Zahl der Planeten nicht inflationär ansteigen zu lassen, hat die Internationale Astronomische Union (IAU) vor neun Jahren entschieden, Pluto als Zwergplaneten einzustufen. Damit musste er als offizielle Bezeichnung eine Nummer bekommen, wie es für Kleinkörper im Sonnensystem üblich ist.

Zwergplanet Pluto größer als bisher angenommen

Die Sonde New Horizons lieferte bereits erstaunliche Erkenntnisse. So hat sie Pluto kurz vor ihrem Vorbeiflug vermessen. Dabei wurde festgestellt, dass sein Durchmesser 1185 Kilometer betrage und Pluto damit 32 bis 48 Kilometer größer sei als bisher angenommen. Auch weise der Eiszwerg eine geringtere Dichte auf und besteht vielleicht aus mehr Eis als zunächst gedacht.

New Horizons schickt Liebesgrüße vom Pluto

Die NASA-Sonde hat neue Aufnahmen des Zwergplaneten gemacht, auf denen – mit etwas Fantasie – ein helles Herz zu sehen ist. Die Fläche, auf die sich das Herz erstreckt, ist um die 2.000 Kilometer groß und somit gut aus dem Weltall zu erkennen. Es beginnt ungefähr am Äquator des Pluto und läuft am Südpol zusammen.

Bei den Weltraum-Enthusiasten blieb die liebevolle Geste von Pluto nicht unbemerkt und fand ihren Weg in viele Tweets. Unter dem Stichwort „I love Pluto“ finden sich etliche Liebesbekundungen.

Pluto, Mond und Sterne

Von Pluto sind fünf Monde bekannt: Charon, Styx, Nix, Kerberos und Hydra.

Simulation des Vorbeiflugs

Die NASA bietet die Möglichkeit, eine Simulation des historischen Vorbeiflugs durchzuspielen bzw. die Mission live zu verfolgen. In dem Programm „Eyes on the Solar System“ (Download: ca. 27 MB) ist das Manöver gespeichert und kann in Originalgeschwindigkeit oder beschleunigt simuliert werden. Sichtbar gemacht wird dabei auch, wann welche Analyseinstrumente zum Einsatz kommen und worauf sie jeweils ausgerichtet werden.

Näher an Pluto als wir an TV-Satelliten

Die US-Sonde New Horizons, kommt den Zwergplaneten so nahe, wie kein von Menschen entwickeltes System vorher. Die New Horizons wird Pluto am Dienstag nur noch 12.500 Kilometer entfernt sein. Zum Vergleich: Die Fernsehsatelliten fliegen in der geostationärer Umlaufbahn, in rund 36.000 Kilometern Entfernung zur Erde.

Update: Doodle aktualisiert

Um 19:30 Uhr hat Google das Doodle aktualisiert. In der neuen Version des Doodles dreht sich Pluto richtig herum. ;-)

Google hat das Doodle aktualisiert. Pluto dreht sich nun richtig herum.
Google hat das Doodle aktualisiert. Pluto dreht sich nun richtig herum.

Informationsquellen: Wikipedia, NASA Homepage und Twitter,  Southwest Research Institute (SwRI).

Sommeranfang

Sommeranfang

Google feiert den heutigen Sommeranfang mit einem animierten Doodle auf seiner Startseite.

Sommeranfang
Sommeranfang

Wir alle lieben ihn, den Sommer. Das Eis in der Hand, sitzen wir Draußen und genießen das schöne Wetter. Und wie im aktuellen Google Doodle kam es bereits vor, dass das Eis auf meine Hand tropfte, ohne dass ich es sofort bemerkte.

Sommeranfang am 1. Juni und am 21. Juni

Astronomisch beginnt der Sommer mit der Sommersonnenwende. Das ist jener Zeitpunkt, zu dem die Sonne senkrecht über dem Wendekreis steht. An diesem Tag beschert uns die Sommersonnenwende den längsten Tag des Jahres. Dies geschieht bei uns, auf der Nordhalbkugel, am 21. Juni. Der meteorologische Sommeranfang hingegen ist immer bereits am 1. Juni.

Nahe den Polarkreisen gibt es zur Sommersonnenwende einen Tag ohne Sonnenuntergang (Mitternachtssonne, „Weiße Nächte“).

Sommeranfang mit Dauerregen und Kälte

Auf einen solch traumhaften Sommeranfang müssen wir, rein wettertechnisch, leider verzichten. Am heutigen Someranfang sollen die Temperaturen kaum über 20 Grad steigen. Nass soll es auch werden, so die Wettervorhersage für heute. Aber  bereits am Mittwoch soll sich die Schafskälte verabschieden und wir können auf einen schönen Sommer hoffen.

Sommer dauert länger als andere Jahreszeiten

Es war mir eigentlich nie bewusst, aber der Sommer ist tatsächlich die längste Jahreszeit. Dies liegt daran, dass die Umlaufbahn der Erde um die Sonne leicht elliptisch ist. Sie weicht daher von einer exakten Kreisbahn leicht ab. Dies hat zur Folge, dass die vier Jahreszeiten nicht genau gleich lang sind.

Die positive Konsequenz: Der Nordsommer dauert etwas länger und ist milder als der Südsommer, da sich während des Nordsommers die Richtung von der Erde zur Sonne etwas langsamer ändert und die Erde etwas weiter von der Sonne entfernt ist.

Tipps und Trends zum Sommeranfang